Letztes Update am Do, 08.11.2018 14:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


35. Vorarlberger Wirtschaftsforum: Rendi-Wagner fordert Dialog



Bregenz (APA) - Zum 35. Mal hat am Donnerstag im Bregenzer Festspielhaus das Vorarlberger Wirtschaftsforum begonnen. Als Antwort auf die Tagungsfrage „Europa und die Welt. In welche Richtung drehen wir uns?“ wollte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner die gesellschaftliche Balance als bisheriges Erfolgsrezept des Kontinents fortgeschrieben sehen. Sie bemängelte zudem Bundeskanzler Kurz‘ Gesprächsbereitschaft.

„Einer der Erfolgsfaktoren“ - vor allem Österreichs - „war, dass die Unternehmen nicht nur für die Kunden ein Ohr hatten, sondern auch für die Mitarbeiter“, so Rendi-Wagner. Diesen Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sah Rendi-Wagner derzeit gefährdet. Das Gesetz zur 12-Stunden-Arbeitszeitregelung sei „dialoglos entstanden“ und müsse neu verhandelt werden, platzierte sie in ihrem Referat eine SPÖ-Forderung. Lösungen auf Basis von branchenspezifischen Betriebsvereinbarungen wären die klügere Herangehensweise zu diesem Thema.

„Wir laufen Gefahr, den Weg des Gemeinsamen und des Zusammenhalts ein Stück zu verlassen. Das macht mich auch als Bürgerin dieses Landes nicht glücklich“, sagte sie. Drängende Herausforderungen wie Bildung, Digitalisierung und die Folgen für den Arbeitsmarkt würden kaum gesamtheitlich und „ideologiefrei“ angegangen werden. Allerdings fehle es am generellen Dialog. Zwischen ihr und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als Chefs der beiden größten Parteien sei noch immer kein Gespräch zustande gekommen: „Ich hatte Kurz einen Brief geschrieben. Das Problem sei die Terminfindung ... ich glaube, sein Büro hat das inzwischen ad acta gelegt. Ich habe ihm dann eine SMS geschrieben.“

Das Vorarlberger Wirtschaftsforum ist eine Initiative der „Vorarlberger Nachrichten“, der Industriellenvereinigung Vorarlberg und der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Als weitere Referenten standen unter anderem die Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group (VIG), Elisabeth Stadler, der Vorsitzende der deutschen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, Bundestagsabgeordneter Carsten Linnemann, und der Gründer des Würth-Konzerns, Reinhold Würth, auf dem Programm.

Mit Georg Meusburger (82) zeichneten die Veranstalter in diesem Jahr einen Vorarlberger Unternehmer für sein Lebenswerk aus. Er hatte 1964 den gleichnamigen Maschinenelemente-Hersteller gegründet, der 2017 rund 291 Mio. Euro umsetzte.

~ WEB http://www.spoe.at

http://www.oevp.at ~ APA354 2018-11-08/14:01




Kommentieren