Letztes Update am Do, 08.11.2018 15:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Telekom will möglichst viel Beinfreiheit bei 5G-Auktion



Berlin/Bonn (APA/Reuters) - Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges wettert gegen eine zu große Einmischung der Politik in die Auktion für den neuen Mobilfunkstandard 5G. „Wir riskieren die digitale Zukunft Deutschlands“, sagte Höttges am Donnerstag. Das „politische Wetteifern“ bezüglich der Versorgeverpflichtungen erfülle ihn mit Sorge. Niemand frage sich, ob sich die Netzbetreiber einen solchen Ausbau auch leisten könnten.

Die Geschäfte von Europas größtem Telekomkonzern laufen allerdings rund, wie die jüngsten Quartalszahlen zeigten. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr schraubte Höttges die Ziele für 2018 nach oben.

Die Auktion für den 5G-Standard, der als Voraussetzung für das autonome Fahren und das „Internet der Dinge“ gilt, ist für das Frühjahr geplant. Die Vorbereitungen sind in der heißen Phase. Ende November will die Bundesnetzagentur die Bedingungen öffentlich machen. Im Einklang mit Industrieverbänden stemmt sich die Telekom gegen umfangreiche - und damit teure - Verpflichtungen wie beispielsweise einen flächendeckenden 5G-Ausbau. Der Konzern stellt sich auch vehement gegen das sogenannte National Roaming, bei dem Mobilfunkkunden das Netz eines Konkurrenten nutzen, wenn das Angebot ihres eigenen Betreibers zu schlecht ist. Bisher ist unklar, ob der bereits vorliegende Entwurf noch einmal deutlich abgeändert wird. Höttges kündigte an, sein ganzes Gewicht in die Waagschale zu werfen, damit es nicht dazu kommt.

Die Einnahmen aus der Auktion sollen in den Digitalfonds der deutschen Regierung fließen. Bei der UMTS-Versteigerung im Jahr 2000 landeten umgerechnet 50 Mrd. Euro in der Staatskasse.

Unterdessen geht der Bonner DAX-Konzern in den Jahresendspurt. Für das Gesamtjahr rechnet die Telekom nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) von 23,6 Mrd. Euro. Das sind 400 Mio. Euro mehr, als noch zum Jahresstart prognostiziert wurden. „Es geht in allen Bereichen des Konzerns bergauf“, sagte Höttges. „Wir schaffen es deshalb, die Latte wieder ein Stückchen höher zu legen.“

Das US-Geschäft, das im abgelaufenen dritten Quartal mit einem Rekordumsatz auftrumpfte, erwirtschaftet fast die Hälfte der Konzernerlöse, die von Juli bis September um 4,7 Prozent auf 19,1 Mrd. Euro stiegen. Dazu trug auch die erstmalige Konsolidierung von UPC Austria bei. Die Telekom hat die österreichische Liberty-Global-Tochter für 1,8 Mrd. Euro gekauft. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) der Telekom legte um 8,5 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 1,1 Mrd. Euro hängen. Dieser lag deutlich über den 507 Mio. Euro aus dem Vorjahreszeitraum, als die Großkundentochter T-Systems noch mit einer Abschreibung von 1,2 Mrd. Euro für Entsetzen gesorgt hatte. Höttges und Finanzchef Thomas Dannenfeldt, der die Telekom nach über 25 Jahren Ende 2018 verlässt, warnten aber vor zu großem Optimismus beim langjährigen Sorgenkind. Denn T-Systems stellt sich gerade erst neu auf und streicht 10.500 Stellen.

Zuversichtlich gab sich Höttges bei der geplanten Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint durch T-Mobile US. Mit der Genehmigung des 26 Mrd. Dollar (22,6 Mrd. Euro) schweren Zukaufs sei weiterhin in der ersten Jahreshälfte 2019 zu rechnen: „Es gibt bisher nichts, was das in Frage stellt.“

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