Letztes Update am Do, 08.11.2018 21:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Runde in EU-vermittelten Kosovo-Gesprächen ohne Fortschritte



Brüssel (APA/dpa) - Eine neue Runde in den von der EU vermittelten Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo über die Normalisierung der Beziehungen ist am Donnerstagabend in Brüssel ohne Fortschritte verlaufen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic und sein kosovarischer Kollege Hashim Thaci waren sich lediglich darin einig, weiter im Gespräch zu bleiben. Das erklärten beide Politiker anschließend separat.

Der Kosovo hatte früher zu Serbien gehört, ist aber heute fast nur noch von Albanern bewohnt. Vor zehn Jahren hatte er sich für unabhängig erklärt. Belgrad hat diesen Schritt nie anerkannt an. Es betrachtet Kosovo unter Verweis auf die früheren Grenzziehungen und die dort gelegenen serbischen Klöster und historischen Stätten weiterhin als Teil seines Staatsgebiets.

Beide Länder streben in die Europäische Union (EU), Serbien verhandelt bereits über den Beitritt. Die EU will aber die beiden Länder nur dann aufnehmen, wenn sie ihre Beziehungen untereinander gütlich regeln. Vor allem soll verhindert werden, dass ein künftiges EU-Land aus der Region den späteren Beitritt eines weiteren Landes durch sein Veto blockiert.

Die Verhandlungen in Brüssel, bei denen die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini vermittelt, kommen nur schwer von der Stelle. Im September waren sie ausgesetzt worden, nachdem sich der serbische Präsident Vucic durch Äußerungen kosovarischer Politiker gekränkt gefühlt hatte.

Auch am Donnerstag überschatteten gegenseitige Schuldzuweisungen die Gespräche. „Der Diskurs der serbischen Seite war aggressiv und arrogant“, sagte Thaci anschließend zu kosovarischen Medien. Vucic wiederum erklärte im serbischen Fernsehen, dass der Kosovo angekündigte Maßnahmen wie die Stationierung seiner künftigen Armee im serbisch bevölkerten Norden des Landes „zurücknehmen wird“.




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