Letztes Update am Fr, 09.11.2018 05:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Adventmärkte in OÖ - Faires Handwerk und eisige Skulpturen



Linz (APA) - In den Eisdielen der Linzer Innenstadt weichen die süßen Kugeln dem Punsch, im Volksgarten hingegen entsteht ein riesiger Eispalast mit Skulpturen und einer Rutsche. „Ice Magic“ hält erstmals in Österreich Hof und bietet Drachen, Krampus und Nikolaus bei kühlen elf Grad in der Halle - eine willkommene Abwechslung neben den Adventmärkten in Oberösterreich mit Kulinarik und Traditionshandwerk.

14 internationale Künstler schnitzen bereits an den Skulpturen in der Halle, die ab 17. November - zeitgleich mit den großen Christkindlmärkten am Hauptplatz und direkt neben der Eishalle im Volksgarten - ihre Pforten öffnet. Mehr als 150 Tonnen Eis wurden angekarrt, neben Skulpturen wird in dem 600 Quadratmeter großen Eispalast auch eine knapp 20 Meter lange Eisrutsche vor allem junge Besucher erfreuen. Der Niederländer Frank Heijstraten und sein belgischer Geschäftspartner Francis Vandendorpe hoffen, dass es nicht der letzte Auftritt in Linz sein wird. „Ice Magic“ ist seit 1999 vor allem in Belgien sehr beliebt, wo es in Brügge seine Premiere feierte.

Ab Mitte November sperren in Oberösterreich die ersten Märkte auf. In Linz gibt es außer den großen Christkindlmärkten im Volksgarten und am Hauptplatz noch eine Reihe kleinere, beschaulichere: Am Pfarrplatz wird ab 24. November wieder in Holzhütten auf dem Wintermarkt Kunsthandwerk angeboten. Weil er laut den Veranstaltern keinen religiösen Hintergrund besitzt, wurde er der Jahreszeit entsprechend benannt. Für alle Waren gilt: natürlich und fair gehandelt müssen sie sein. Ausschließlich regionales Handwerk wird am zweiten und dritten Adventwochenende beim Creativ-Weihnachtsmarkt im Arkadenhof des Landhauses angeboten. Bereits Tradition hat der „Krambamperl-Brenner“ mit seiner Feuerzangenbowle, der jeweils samstags vorbeischaut.

Der Advent in der Welterberegion im Salzkammergut bietet ab 19. November eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Obertraun, Hallstatt, Gosau und Bad Goisern. Mit der Fuhr kommt der Nikolaus am 1. Dezember über den Hallstätter See nach Obertraun, wo er am Ufer von Kindern in Empfang genommen wird. Knecht Ruprecht bringt einen großen Sack, voll mit Äpfeln, Nüssen und Schokolade mit. Gemeinsam mit Hallstatt gestaltet Obertraun dann am zweiten Adventwochenende auf dem Hallstätter Marktplatz den Christkindlmarkt. Die HTBLA wird dort ihre selbst gebaute dreidimensionale Krippe präsentieren.

„Brauchtum pflegen und Traditionen erhalten“ lautet das Motto der Gosauer Berg-Weihnacht an den ersten beiden Advent-Wochenenden. Auf dem Programm stehen auch Pferdeschlittenfahrten oder Laternenwanderungen durch den Urzeitwald. Meisterliche Adventsstimmung für Kinder und Erwachsene herrscht am 15. und 16. Dezember in Bad Goisern beim gleichnamigen „Meister.Advent im Hand.Werk.Haus“. Mehr als 40 der laut Veranstalter „besten Handwerker“ der Region präsentieren ihre Produkte im Haus und im Hof von Schloss Neuwildenstein.

Für die Welser Weihnachtswelt verwandelt sich der Stadtplatz vom 23. November bis zum 24. Dezember in ein Bergdorf mit über 60 historischen Lärchenholzhütten. Und in den Ledererturm zieht eine Weihnachtsgreißlerei ein.

Steyr ist alle Jahre wieder besonderer Anziehungspunkt für weihnachtlich Gestimmte, vor allem wegen des Sonderpostamts Christkindl und der gleichnamigen Wallfahrtskirche. Beim Markt am historischen Stadtplatz (23. November bis 24. Dezember) stimmen Bläserensembles freitags, samstags und sonntags um 16 Uhr auf Weihnachten ein.

In Steinbach an der Steyr verwandeln sich die Häuser am Ortsplatz in einen überdimensionalen Adventkalender. Täglich um 17 Uhr wird ein Fenster geöffnet. Beim Weihnachtsmarkt am zweiten und dritten Adventwochenende werden im Krippenhaus rund 600 Krippen aus mehr als 100 Ländern ausgestellt.

Auch etliche Schlösser haben sich in der Vorweihnachtszeit herausgeputzt: Als einer der schönsten Märkte in Sachen Kunsthandwerk gilt der Weinberger Advent (7. bis 9. Dezember) im Schloss Weinberg bei Kefermarkt im Mühlviertel. Der Traunsee „Schlösser Advent“ vom 23. November bis 16. Dezember jeweils samstags und sonntags lädt zum Bummeln rund um das Land- und das Seeschloss Ort in Gmunden. Verbunden sind die beiden durch eine 123 Meter lange, weihnachtlich geschmückte Brücke.

Eine Tradition, die seit den 1960er-Jahren in Oberösterreich gepflegt wird, ist das Christbaumtauchen der Feuerwehren an etlichen Seen und Flüssen. In Schärding beispielsweise ziehen Taucher und Fackelschwimmer am 15. Dezember einen beleuchteten Christbaum auf dem Inn flussabwärts.

Damit alle die Märkte unbeschwert genießen können, wurden die Sicherheitskontrollen vor allem in den drei großen Städten Linz, Wels und Steyr wie schon in den Jahren zuvor intensiviert. Die Polizei wird wieder vermehrt Präsenz zeigen, ebenso die Ordnungsdienste. Bauliche Maßnahmen, um etwa eine Amokfahrt auf ein Gelände zu verhindern, sind aber nicht vorgesehen. Die Exekutive fokussiert sich in Sachen Sicherheit stärker auf Taschendiebe und Trickbetrüger, die die Unbekümmertheit der Leute auf Weihnachtsmärkten häufig ausnutzen, wie Adolf Wöss von der Kriminalprävention im LKA erklärt. Er empfiehlt bei aller Punschseligkeit auch eine Portion „gesundes Misstrauen“ - egal, ob jemand ungewöhnlich nahe kommt, Geld wechseln oder Spenden sammeln will. Auch Falschgeld werde erfahrungsgemäß auf Märkten vermehrt unter die Leute gebracht.




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