Letztes Update am Fr, 09.11.2018 07:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hahn fordert in Kiew Aufklärung des Mords an Aktivistin



Kiew (APA) - EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn hat in der Ukraine die Bestrafung der Mörder der ukrainischen Antikorruptionsaktivistin Kateryna Gandsjuk (Handziuk) gefordert. Hahn hielt sich am Donnerstag und Freitag in Kiew auf, wo er unter anderem Vertreter der Regierung, der Zivilgesellschaft, Medien und des Antikorruptionsbüros treffen wollte.

„Der Mord an K Handziuk und alle Verbrechen gegen Aktivisten müssen strafrechtlich verfolgt werden“, schrieb Hahn in der Nacht auf Freitag im Online-Kurznachrichtendienst Twitter. „Es wird ohne starke Rechtsstaatlichkeit und unabhängige Justizinstitutionen keine stabile, moderne und prosperierende Ukraine geben.“

Hahn wollte sich bei seiner zweitägigen Ukraine-Reise auch mit Präsident Petro Poroschenko, Ministerpräsident Wladimir Groisman und Außenminister Pawlo Klimkin treffen, um seine Unterstützung für die wirtschaftlichen und rechtsstaatlichen Reformen des Landes zu bekunden.

Bereits nach der Nachricht vom Tod von Gandsjuk Anfang November hatte sich Hahn zu Wort gemeldet. Er sagte, „sehr traurig“ über das „bösartige Verbrechen“ zu sein. Die 33-Jährige sei „unglaublich mutig“ gewesen.

Die Aktivistin war Ende Juli vor ihrem Haus mit Schwefelsäure übergossen worden. Sie erlitt dadurch schwerste Verätzungen an mehr als 30 Prozent ihres Körpers. Am vergangenen Wochenende starb sie im Krankenhaus an den Folgen des Säureangriffs.

Die Beraterin für den Bürgermeister in der südukrainischen Stadt Cherson galt als Kritikerin der Sicherheitsbehörden und verurteilte vor allem die Korruption im regionalen Innenministerium. Die Ukraine ist laut Einschätzung der Nichtregierungsorganisation Transparency International nach Russland das zweitkorrupteste Land Europas.




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