Letztes Update am Fr, 09.11.2018 11:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europa-Geschäft trübt Glanz beim Luxusgüterkonzern Richemont



Bellevue (APA/Reuters) - Die Zurückhaltung chinesischer Touristen in Europa beim Kauf von Luxusgütern wie Schmuck und Uhren hat den Schweizer Konzern Richemont gebremst. Zwar stiegen die Verkäufe in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 dank anhaltend guter Nachfrage vor allem nach Schmuck um mehr als ein Fünftel, wie Richemont am Freitag mitteilte.

Ein Großteil davon war jedoch der Konsolidierung der Internet-Verkaufsplattformen Yoox-Net-A-Porter und Watchfinder geschuldet, die maßgeblich zum Umsatzanstieg auf 6,81 Mrd. Euro beitrugen. Ohne Onlineabsatz wäre Europa nur um ein Prozent gewachsen, so der Hersteller von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier und IWC weiter.

Dank eines Sonderertrags von 1,378 Mrd. Euro im Zusammenhang mit der Übernahme von Yoox-Net-A-Porter stieg der Konzerngewinn um 131 Prozent auf 2,253 Mrd. Euro. Der um den Sonderertrag bereinigte Gewinn ging dagegen um zehn Prozent auf 875 Mio. Euro zurück und fiel damit schlechter aus, als Experten erwartet hatten.

ZKB-Analyst Patrik Schwendimann erklärte den Gewinnrückgang mit den geringeren Margen im Onlinegeschäft, die das Gesamtergebnis verwässert hätten. Zudem fiel aus dem Verkauf des Luxus-Taschenherstellers Lancel ein Verlust von 77 Mio. Euro an und das Finanzergebnis verschlechterte sich wechselkursbedingt. Für die Experten der Credit Suisse lag der Onlinehandel ertragsmäßig unter den Erwartungen.

Chinesische Touristen kauften in Europa weniger Luxusgüter. Dies habe abgesehen von den politischen Unsicherheiten vor allem mit der Währungsentwicklung zu tun, da China den Absatz im eigenen Land stärken wolle. Die chinesische Regierung habe signalisiert, dass sie an den Grenzen vermehrt Kontrollen durchführen wolle, sagte Finanzchef Burkhart Grund in einer Telefonkonferenz. Die Nachfrage in China sei dagegen weiterhin gut gewesen.

Im Oktober hätten sich die Verkäufe insgesamt wieder ähnlich entwickelt wie in den Vormonaten, sagte der Finanzchef weiter.

An der Schweizer Börse wurden die Aktien von Richemont abgestraft. Der Kurs brach um mehr als sechs Prozent ein. In ihrem Sog sackten die Aktien des Uhrenherstellers Swatch um fünf Prozent ab. In Paris fielen die Anteile des Weltmarktführers LVMH um 2,5 Prozent und die von Kering um 3,2 Prozent.

~ ISIN CH0210483332 WEB http://www.richemont.com/ ~ APA215 2018-11-09/11:18




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