Letztes Update am Fr, 09.11.2018 11:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


23-Jähriger wegen Brandstiftung in Salzburg vor Gericht



Salzburg/Zell am See (APA) - Ein 23-Jähriger ist heute, Freitag, wegen des Vorwurfs der Brandstiftung in Salzburg vor Gericht gestanden. Der Mann soll am 29. August in der Mietwohnung einer Bekannten im Bezirk Zell am See an fünf Stellen ein Feuer entfacht haben. Der Anklage zufolge dürfte es sich um einen Racheakt gehandelt haben, es entstand erheblicher Sachschaden. Der Österreicher beteuerte seine Unschuld.

Die Mieterin hatte dem damals obdachlosen Angeklagten vorübergehend Unterkunft gewährt. Der 23-Jährige habe zuvor bei einer anderen Bekannten übernachten dürfen, nachdem er aber einen Fernseher und eine Spielkonsole beschädigt habe, habe sie ihn mit einem Trick aus der Wohnung bekommen, schilderte Staatsanwalt Roland Finster. Danach habe der Mann die Mieterin der Wohnung im Bezirk Zell am See gebeten, ob er dort einige Tage schlafen könne. Die Frau habe zugestimmt.

Allerdings soll es nach einiger Zeit zu Unstimmigkeiten zwischen der Mieterin und dem 23-Jährigen gekommen sein. Den Schilderungen des Staatsanwaltes zufolge forderte sie ihn auf, nicht mehr ihre Zigaretten zu rauchen und die Musik leiser zu drehen. Als der Beschuldigte am nächsten Tag alleine in der Wohnung war, soll es zu der Tat gekommen sein. Ein Anrainer alarmierte die Einsatzkräfte. Ein gerichtlich beeideter Brandsachverständiger wertete die Spuren aus. Er stellte vier Brandstellen im Wohnzimmer und eine in der Küche fest.

Der Angeklagte, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, bestritt jedoch, den Brand gelegt zu haben. „Warum soll ich die Bude anzünden, das gibt keinen Sinn“, sagte er bei dem Prozess am Landesgericht Salzburg zur vorsitzenden Richterin des Schöffensenates, Ilona Schalwich-Mozes. Er tue auch niemandem etwas zuleide, betonte er noch.

Der Staatsanwalt beantragte eine Einweisung des Mannes in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher. Der Angeklagte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, sagte Finster. Der vorbestrafte 23-Jährige erklärte, er nehme weder Drogen noch Tabletten, er benötige auch keine Therapie. Ein Urteil wird vermutlich noch heute gesprochen.




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