Letztes Update am Fr, 09.11.2018 12:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hessen-Wahl - Parteien warten amtliches Wahlergebnis ab



Wiesbaden (APA/AFP/Reuters) - Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Hessen könnte sich die Regierungsbildung schwieriger gestalten als angenommen. Nach der CDU kündigte eine Sprecherin der Grünen am Freitag an, mit der Entscheidung über Koalitionsverhandlungen bis zur Verkündung des amtlichen Endergebnisses am Freitag kommender Woche zu warten. Am Nachmittag kommen CDU und SPD zu Sondierungsgesprächen mit der FDP zusammen.

Es hängt nun vor allem von den Grünen ab, mit wem sie Koalitionsgespräche beginnen möchten. Unmittelbar nach der Wahl war mit einer Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition gerechnet worden. Sie hat laut vorläufigem Endergebnis eine knappe Mehrheit von nur einem Sitz. Aber auch eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP wäre möglich. Rechnerisch möglich sind außerdem eine Große Koalition oder ein Jamaika-Bündnis.

Die FDP hatte der Ampel unter grüner Führung bereits eine Absage erteilt. Generalsekretärin Bettina Stark-Watzinger begründete dies damit, dass die Inhalte „noch zu weit auseinander“ seien, „als dass diese Konstellation für uns infrage käme“. Fraktionschef Rene Rock wäre zu neuen Ampel-Sondierungsgesprächen bereit, „wenn sich die Wahlergebnisse verändern würden“.

Die SPD hofft hingegen auf eine Chance für eine Ampelkoalition. „Trotz der Wahlschlappe der SPD ist in Hessen eine Koalition für Fortschritt, Innovation und Nachhaltigkeit möglich“, sagte Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel dem Magazin „Der Spiegel“. Es gebe eine Mehrheit ohne die CDU.

Medienberichten zufolge wurden in einigen Wahlbezirken gravierende Mängel bei der Auszählung von Stimmen festgestellt. Das amtliche Ergebnis der Landtagswahl vom 28. Oktober soll deshalb erst am 16. November vorliegen. Die Korrekturen könnten zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse führen. Die Grünen haben nach dem bisherigen Wahlergebnis nur 94 Stimmen Vorsprung vor der SPD, die der Auszählung zufolge mit einem Minus von fast elf Prozent herbe Verluste hinnehmen musste.

Auch die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffiert erlitt massive Stimmenverluste, wurde aber wieder stärkste Kraft. Die Grünen hingegen bekamen so viele Stimmen wie noch nie zuvor.




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