Letztes Update am Fr, 09.11.2018 13:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VW-Abgasskandal - Kolba sieht Ansprüche gegen VW nicht verjährt



Wien/Wolfsburg (APA) - Ex-Liste-Pilz-Klubchef Peter Kolba, Obmann des neuen Verbraucherschutzvereins, sieht Ansprüche gegen VW im Abgasskandal von deutschen sowie italienischen Geschädigten „sicher noch nicht verjährt“. Etwas schwieriger ist es bei österreichischen: Je nach Sichtweise haben die Ansprüche gegen VW hierzulande schon seit dem 18. September zu verjähren begonnen. Kolba sieht das anders.

Die Verjährungsfrist in Österreich beträgt drei Jahre ab Kenntnis von Schaden und Schädiger. Für schweren gewerbsmäßigen Betrug beträgt die Verjährungsfrist in Österreich sogar 30 Jahre. Zudem habe die Frist erst mit der Einladung zum Software-Update oder später begonnen, so Kolba am Freitag in einer Aussendung. Die Verbraucherorganisationen seien auf Nummer sicher gegangen und zählten die Frist ab 18. September 2015. Das war der Tag der Bekanntmachung der Vorwürfe der amerikanischen Umweltbehörde gegen VW.

Doch diese Nachricht für die USA löse die Verjährung mit Blick auf die Rechtsprechung in Österreich noch kaum aus, so Kolba. „Erst bei der konkreten Einladung zum Software-Update konnten Kunden erkennen, dass auch ihr Fahrzeug betroffen war. Das war aber erst 2016 oder später der Fall.“

Klarer ist der Fall für Deutschland und Italien: In Deutschland gilt die „Jahresendverjährung“, womit die Frist am 31. Dezember 2018 endet. In Italien dauert die Verjährungsfrist fünf Jahre, das heißt Verjährung kann noch gar nicht eingetreten sein.

Betroffene Österreicher können sich ab Mitte November der Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen VW in Deutschland anschließen, bekräftigte Kolba. Sein Verbraucherschutzverein unterstütze nun zudem auch Autokäufer in Südtirol, sofern sie deutsch sprechen.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA318 2018-11-09/13:17




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