Letztes Update am Fr, 09.11.2018 13:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage: Deutsche Grüne mit 22 Prozent weiter im Höhenflug



Berlin/Erfurt (APA/AFP) - Die deutschen Grünen setzen laut dem aktuellen ZDF-“Politbarometer“ ihren Höhenflug fort. In der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen verbesserten sie sich um zwei Prozentpunkte auf 22 Prozent. Sie lagen damit erneut weit vor der SPD, die bei 14 Prozent verharrt. Die CDU/CSU erreicht weiterhin 27 Prozent.

Gleichauf mit der SPD liegt die AfD bei ebenfalls 14 Prozent. Sie verschlechterte sich um zwei Punkte. Die FDP erreicht neun Prozent (plus eins), ebenso die Linkspartei (minus eins). Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für den „Politbarometer“ vom 6. bis 8. November telefonisch 1.200 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland.

Erstmals seit Jahren hätte demnach eine schwarz-grüne Koalition mit 49 Prozent wieder eine parlamentarische Mehrheit. Ansonsten kämen nur Bündnisse von drei oder mehr Parteien infrage. Union und SPD würden zusammen nur noch 41 Prozent erreichen.

Der starke Bundestrend für die Grünen schlägt sich offenbar auch in Ostdeutschland durch. Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl in Thüringen wäre, kämen die Grünen dort auf zwölf Prozent und könnten damit ihr Wahlergebnis von 2014 mehr als verdoppeln, ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa. Großer Verlierer - offensichtlich auch in der Folge des Bundestrends - ist die CDU. Sie kommt knapp ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl im Freistaat derzeit nur noch auf 23 Prozent. Das sind gut zehn Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren.

Die Linke, die in Thüringen gemeinsam mit SPD und Grünen regiert und den Ministerpräsidenten stellt, liegt trotz Verlusten mit 22 Prozent auf Augenhöhe mit der CDU - ebenso wie die AfD, die ihr Ergebnis von 2014 ebenfalls verdoppeln kann und derzeit bei 22 Prozent liegt. Die SPD würde sich bei zwölf Prozent halten und die FDP mit sechs Prozent wieder in den Landtag einziehen. Insa befragte vom 22. Oktober bis zum 7. November 1.000 Thüringer.

Deutschlandweit sind die Grünen in den Werten zur politischen Stimmung noch stärker. Diese lässt anders als die Prognose zur sogenannten Sonntagsfrage langfristige Wählerbindungen oder taktisches Wählerverhalten außen vor. Hier liegen die Grünen laut der Forschungsgruppe Wahlen sogar bei 26 Prozent und rücken damit an die CDU/CSU mit 29 Prozent heran. Die SPD kommt hier auf 16 Prozent, Linke und FDP auf jeweils neun Prozent und die AfD auf sieben Prozent.

Bei der Bewertung der zehn wichtigsten Politiker liegt demnach weiterhin Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) vorn mit einem Wert von 1,8 (zuvor 1,7) auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf. Wieder auf den zweiten Platz vorgerückt ist Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich um 0,7 Punkte auf 1,2 verbessert. Danach folgen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit 0,9 (0,8) und Außenminister Heiko Maas (SPD) mit 0,5 (0,4).

Weiterhin im Negativbereich befinden sich SPD-Chefin Andrea Nahles mit minus 0,3 (minus 0,6), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit minus 1,0 (minus 0,8) und Innenminister Horst Seehofer (CSU), der mit minus 1,7 auf seinem bisherigen Negativ-Rekord bleibt.

Nur 27 Prozent der Befragten sprachen sich überdies dafür aus, dass Seehofer sein Amt als Innenminister behält. 68 Prozent wollen dies nicht. Lediglich eine deutliche Mehrheit der AfD-Anhänger (67 Prozent) steht hinter dem Minister. Von den Unionsanhängern sind dies nur noch 31 Prozent.




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