Letztes Update am Fr, 09.11.2018 15:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ärztegesetz: Bischöfe fordern unmissverständliches Sterbehilfe-Verbot



Wien (APA) - Die österreichischen Bischöfe fordern ein unmissverständliches Verbot von Sterbehilfe. In ihrer Begutachtungs-Stellungnahme zum geplanten neuen Ärztegesetz verlangt die Bischofskonferenz einen noch deutlicheren Hinweis, dass das Verbot aktiver Sterbehilfe nicht verändert oder aufgeweicht wird.

Wenn der Gesetzgeber festgehalten habe, mit der Novellierung werde „keinesfalls eine Rechtsgrundlage für Euthanasie geschaffen“, sei folglich auch „wachsam darauf zu achten, dass die Novellierung nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen aktiver Sterbehilfe missbraucht wird“, heißt es in der Stellungnahme der Bischöfe. Eine exakte Formulierung sei nötig, um dieses Risiko auszuschließen. Keinesfalls könne man ein „Recht auf Beihilfe zur Selbsttötung“ oder das „Recht des Arztes, einen Patienten auf dessen Wunsch zu töten“ ableiten - und zwar weder aus dem Begriff der Würde noch aus dem der Selbstbestimmung, betonten die Bischöfe. Ärztliches Handeln dürfe nie auf Tötung abzielen, da dies der Würde des Menschen wie auch dem ärztlichen Ethos widerspräche.

In dem Gesetzesentwurf wird zunächst festgehalten, dass ein Arzt Sterbenden in seiner Behandlung „unter Wahrung ihrer Würde beizustehen“ hat. Weiter heißt es dann wörtlich, dass es bei Sterbenden „auch zulässig“ sei, „im Rahmen palliativmedizinischer Indikationen Maßnahmen zu setzen, deren Nutzen zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen im Verhältnis zum Risiko einer Beschleunigung des Verlusts vitaler Lebensfunktionen überwiegt“.

Die Bischöfe äußern nun Lob für die Klarstellung, wonach Ärzte Patienten in der Sterbephase zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen starke Schmerzmittel verabreichen dürfen, auch wenn diese als nicht beabsichtigte Nebenwirkung das Leben möglicherweise verkürzen können: Sei der Tod nicht mehr aufzuhalten und eine Therapie sinnlos - da medizinisch nicht mehr indiziert - so bedeute dies „keine aktive Tötung, sondern vielmehr, dem Sterben seinen Lauf zu lassen“.

Als Formulierung im Gesetz schlagen die Bischöfe jedoch vor, die „Sterbenden“ noch klarer als „Patienten, deren Tod unmittelbar und absehbar bevorsteht“ zu definieren. Erst „wenn andere Mittel fehlen“, sollten im Rahmen palliativmedizinscher Maßnahmen „Handlungen, deren Nutzen zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen im Verhältnis zum Risiko einer indirekten Beschleunigung des Verlustes vitaler Lebensfunktionen überwiegt“ gesetzt werden dürfen. Nach Ansicht der Bischöfe darf keinesfalls eine unmittelbar tödliche Dosis eines Medikaments verabreicht oder eine andere tödliche Handlung vorgenommen werden mit dem Vorsatz, das Leben des Patienten zu beenden.




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