Letztes Update am Fr, 09.11.2018 18:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen schließen mit Verlusten



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag überwiegend im Minus geschlossen. Trotz teilweise klarer Verluste im Tagesverlauf konnte schließlich der deutsche DAX mit einem Schlusssprint ein kleines Plus ins Wochenende retten. Auch bei den Leitindizes in Brüssel und Amsterdam reichte es für leichte Gewinne.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor unterdessen 8,11 Einheiten oder 0,25 Prozent auf 3.229,49 Punkte. Der DAX in Frankfurt beendete den Handelstag mit 11.529,16 Punkten und plus 1,84 Einheiten oder 0,02 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um moderate 35,34 Zähler oder 0,49 Prozent und steht nun bei 7.105,34 Stellen.

Konjunkturdatenseitig standen in den USA am Nachmittag Verbraucherpreise auf dem Programm. Ihnen zufolge hat die Teuerung auf Produzentenebene im Oktober deutlich angezogen. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, um 0,6 Prozent. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich unterdessen im November weniger als erwartet eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima, das sogenannte „Michigan Sentiment“, fiel um 0,3 Punkte auf 98,3 Punkte.

Bei den Sektoren in Europa waren die Rohstoffwerte mit starken Abschlägen behaftet. Auch die Banken- und Ölwerte zeigten sich klar schwächer.

Drohende politische Regulierungen der Bankenbranche in Mexiko haben am Freitag die Kurse spanischer Großbanken belastet. In Madrid sackten Aktien von BBVA um mehr als 5 Prozent ab und Santander verloren 1,59 Prozent. Die neue mexikanische Regierung unter Präsident Andres Manuel Lopez Obrador plant beispielsweise eine mögliche Abschaffung von Gebühren für das Geldabheben am Automaten und für das Ausdrucken von Kontoauszügen.

In Frankfurt sackten Aktien von ProSiebenSat.1 weitere 5 Prozent ab. Bereits unmittelbar nach der gestrigen Zahlenvorlage waren die Papiere um mehr als 15 Prozent abgerutscht. Bei den Münchnern hatte erneut das Werbegeschäft enttäuscht. Der Konzern will jetzt einen größeren Teil seiner Dividende einbehalten und in Wachstum investieren.

Starke Abgaben mussten im DAX auch Thyssenkrupp realisieren. Die Papiere gaben mehr als 9 Prozent nach. Wegen eines Kartellverfahrens hatte das Unternehmen am Vortag seine Prognose für das Gesamtjahr abgesenkt.

An der Börse London lagen die Bergbauwerte klar schwächer im Kurs. Antofagasta verloren 4,87 Prozent, Fresnillo 4,65 Prozent und BHP gaben 3,53 Prozent ab. Beim Schweizer Rohstoffhändler Glencore waren es 4,43 Prozent Minus.

Kursgewinne im FTSE-100 setzte es für den Tabakhersteller Imperial Brands - die Papiere legten um 2,08 Prozent zu. Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA über bestimmte Verkaufsbeschränkungen für e-Zigaretten nachgedacht hat. Der Verkauf von e-Zigaretten online wird ebenfalls unter Auflagen möglich.

Die Zurückhaltung chinesischer Touristen in Europa beim Kauf von Luxusgütern wie Schmuck und Uhren hat den Schweizer Konzern Richemont gebremst. Zwar stiegen die Verkäufe in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 dank anhaltend guter Nachfrage vor allem nach Schmuck um mehr als ein Fünftel, wie Richemont am Freitag mitteilte. Richemont-Aktien verloren in Zürich mehr als 6 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA515 2018-11-09/18:25




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