Letztes Update am So, 18.11.2018 01:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wird Kramp-Karrenbauer nicht CDU-Chefin, gibt sie Parteiämter ab



Baden-Baden (APA/AFP) - CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will im Falle ihrer Niederlage im Wettstreit um den Parteivorsitz bei den deutschen Christdemokraten all ihre Parteiämter niederlegen. Sie werde dann nur noch ehrenamtlich für die Partei tätig sein, sagte Kramp-Karrenbauer am Samstag im Interview der Woche des SWR.

Dies sei keine Erpressung vor der Wahl, sondern ein Gebot der Fairness gegenüber „eben auch demjenigen, der dann in dieses Amt gewählt wird, die komplette Freiheit zu lassen, sein Team aufzustellen“. Wenn sie hingegen in diesem Fall CDU-Generalsekretärin bleibe, sei dies „immer auch eine Belastung, weil sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht dann doch immer wieder Fragen nach Loyalitäten stellen“, führte Kramp-Karrenbauer aus. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin bewirbt sich um die Nachfolge der scheidenden CDU-Vorsitzenden Angela Merkel.

Bis Mitte November stellen sich die Kandidaten bei einer Reihe von CDU-Regionalkonferenzen vor. Gewählt wird der neue Parteivorsitzende im Dezember auf einem Parteitag in Hamburg von den Delegierten.

Zu der Kritik, dass sie und ihre beiden aussichtsreichsten Mitbewerber, der frühere CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn, sich politisch nicht sehr voneinander unterscheiden, sagte Kramp-Karrenbauer im SWR, sie alle drei kämen aus der Mitte der Partei und hätten das gleiche Wertefundament. „Insofern ist die Frage, wo wir uns in den politischen Vorschlägen unterscheiden, vielleicht oft auch eher eine Frage von Nuancen als von wirklich ganz grundlegenden Unterschieden.“

Sie alle drei brächten aber „eigene Erfahrungen mit, eine eigene Biografie, auch eine eigene Art zu führen, eine eigene Art, auch mit der Partei zu kommunizieren“, hob Kramp-Karrenbauer hervor. Zudem kündigte sie an, als Parteichefin auf eine stärkere Beteiligung von Frauen zu achten. „Das entscheidet massiv darüber, ob wir auch in Zukunft Wahlen gewinnen können, ob wir eine breite Volkspartei sind“, sagte die CDU-Politikerin in dem Radiointerview.




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