Letztes Update am So, 18.11.2018 01:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IS: 40 Tote bei US-geführten Luftangriffen in Syrien



Amman/Damaskus (APA/Reuters/AFP) - Im Osten Syriens sind bei Luftangriffen der US-geführten Militärallianz auf die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Das IS-Sprachrohr, die Nachrichtenagentur Amaq, bezifferte die Zahl der Toten am Samstag auf 40. Syrische Truppen nahmen unterdessen nach Angaben von Aktivisten den letzten IS-Stützpunkt im Süden des Landes ein.

Hauptsächlich handle es sich bei den Getöteten um Frauen und Kinder. Die Angriffe fanden am Ostufer des Euphrat an der Grenze zum Irak statt, wie Amaq unter Berufung auf Medizinerkreise berichtete. Syrische Staatsmedien sprachen ebenfalls von 40 Todesopfern.

Ein Sprecher der Militärkoalition bestätigte zwar Luftangriffe, bestritt aber, dass es dabei zivile Opfer gegeben habe. Das Bündnis unterstützt die von kurdischen Milizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte im Kampf gegen den IS an Grenze zum Irak.

Vor einer Woche hatte die syrische Regierung bei den Vereinten Nationen gegen einen Luftangriff der US-geführten Militärallianz gegen den IS in Hajin in der östlichen Region Deir al-Zor protestiert. Ihren Angaben zufolge waren dabei 26 Zivilisten getötet worden.

Soldaten der Regierung von Machthaber Bashar al-Assad hätten Tloul al-Safa eingenommen, nachdem sich die IS-Kämpfer in Richtung der Badiya-Wüste zurückgezogen hätten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Tloul al-Safa liegt zwischen den Provinzen Damaskus und Sweida.

In den vergangenen Wochen hatten die Regierungstruppen ihre Luftangriffe auf Tloul al-Safa verstärkt. Zudem wurde die Zahl der Soldaten deutlich aufgestockt. Er vermute, dass der Rückzug der bis zu tausend Jihadisten Folge einer Vereinbarung mit den Regierungstruppen sei, sagte der Chef der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten an Ort und Stelle. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, die Regierungstruppen hätten einen „bedeutenden Fortschritt“ in Tloul al-Safa erzielt. Die „befreiten Zonen“ würden weiter auf der Suche nach Jihadisten durchkämmt. Mittlerweile kontrollieren die von Russland unterstützten Regierungstruppen wieder zwei Drittel des syrischen Staatsgebiets.

Die IS-Miliz hatte Ende Juli nach einer Serie blutiger Anschläge mit mehr als 260 Toten in der südlichen Provinz Sweida rund 30 Angehörige der Volksgruppe der Drusen entführt, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Mehrere Geiseln wurden später getötet, 23 wurden freigelassen.




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