Letztes Update am So, 18.11.2018 07:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPÖ-Frauen: Heinisch will nach Wiederwahl Generationenwechsel starten



Wien/Wels (APA) - Gabriele Heinisch-Hosek stellt sich am Freitag ihrer Wiederwahl als Vorsitzende der SPÖ-Frauen. Im Amt ist sie seit 2009 und sieht die Zeit gekommen, dann einen Generationenwechsel einzuläuten. Inhaltlich stehen bei der Bundesfrauenkonferenz in Wels unter anderem die Themen Arbeit, Pensionen oder Vereinbarkeit auf dem Programm.

Heinisch-Hosek hat die SPÖ-Frauen 2009 von der inzwischen verstorbenen Barbara Prammer übernommen. 2010 wurde sie mit 98,66 Prozent gewählt; auch 2012 erhielt sie noch 97,81 Prozent Zustimmung. Die Zufriedenheit sank in den darauffolgenden Jahren allerdings und so erzielte die damalige Frauenministerin 2014 unter dem Eindruck einer heftigen Quotendebatte nur noch 85,67 Prozent. Es ging weiter abwärts, denn 2016, kurz nachdem Heinisch-Hosek unter dem neuen Parteichef Christian Kern aus dem Ministeramt schied, kam sie nur auf 73,68 Prozent der Stimmen.

„Meine Erwartungen möchte ich nicht allzu hoch schrauben. Ich erwarte mir aber mehr als bei der letzten Wahl. Ich freue mich sehr darauf, ich darf zum fünften Mal antreten“, erklärte Heinisch-Hosek im Gespräch mit der APA. Ab sofort will sie sich um einen Generationenwechsel bemühen: „Es gibt so viele gute junge Frauen.“ Eine Wunschkandidatin für ihre Nachfolge nannte sie freilich nicht, ebensowenig den Zeitpunkt.

Erstmals begrüßen die SPÖ-Frauen auf ihrer Konferenz eine Parteichefin, denn Pamela Rendi-Wagner wird am danach stattfindenden Bundesparteitag zur neuen Vorsitzenden gewählt. Rendi-Wagner ist außerdem Delegierte bei den Frauen, erklärte Heinisch-Hosek.

Von der neuen Parteivorsitzenden erwartet sich die Frauenchefin, dass sie wieder Stabilität in die SPÖ bringen wird, denn durch Kerns Abgang sei eine große Unruhe entstanden: „Aber das wird der Vergangenheit angehören.“ Für Frauen sei soziale Sicherheit zentral: „Das ist das große Plus dieser Vorsitzenden, dass sie im Sozial- und Gesundheitsbereich ihre Schwerpunkte sieht.“

Apropos Schwerpunkte, das Motto der Bundesfrauenkonferenz lautet „Mehr Beteiligung! Mehr Bewegung! Mehr Feminismus!“ Der Leitantrag hierzu wurde nicht am Schreibtisch konzipiert, die Inhalte wurden bei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen gesammelt. Ziel ist die Öffnung der Partei und so wurde etwa gefragt: „Was braucht es für ein gutes Leben?“ und „Wie stoppen wir den schwarz-blauen Sozialabbau?“

Ein Fokus der eingelangten Beiträge lag beim Thema Arbeit. Dabei gehe es vorrangig um Lohngerechtigkeit, Arbeitszeitverkürzung sowie den 12-Stunden-Tag. Viel diskutiertes Thema sind auch die Herausforderungen im ländlichen Raum, etwa was die Kinderbetreuung, die Gesundheitsversorgung oder die Mobilität betrifft.

Gefordert wird von den SPÖ-Frauen daher unter anderem eine verkürzte Arbeitszeit und die Rücknahme des generellen 12-Stunden-Tages. Es soll einen leichteren Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit geben und die „Aktion 20.000“ wieder eingeführt werden. Auch spürbare Sanktionen bei Nichterstellen eines Einkommensberichts werden gefordert. Im Familien-Kapitel drängen die SPÖ-Frauen auf einen Rechtsanspruch für den Babymonat, einen gleichen Familienbonus für alle Kinder und die Unterhaltsgarantie.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA027 2018-11-18/07:00




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