Letztes Update am So, 18.11.2018 07:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lokalwahlen in Slowenien begonnen



Ljubljana (APA) - In Slowenien haben Sonntag früh die landesweiten Lokalwahlen begonnen. In insgesamt 212 Gemeinden werden neue Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt. Mit dem größten Erfolg können wie bereits vor vier Jahren wieder parteiunabhängige Kandidaten und Listen rechnen.

Die Wahllokale, die seit 7.00 Uhr geöffnet sind, schließen um 19.00 Uhr. Vorläufige Ergebnisse soll es am späteren Abend geben. In jenen Gemeinden, in denen kein Bürgermeisterkandidat auf Anhieb die absolute Mehrheit erreicht, findet in zwei Wochen, am 2. Dezember, eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten Bewerbern statt.

In den größeren Städten gelten die amtierenden Bürgermeister als Favoriten. Die langjährigen Stadtchefs der Hauptstadt Ljubljana, der Hafenstadt Koper und in Celje könnten den Umfragen zufolge bereits in der ersten Wahlrunde einen Sieg einfahren. Zoran Jankovic, der die Hauptstadt seit 2006 regiert, hat bei dieser Wahl zwar einen starken Herausforderer, doch auch der konservative Oppositionspolitiker Andraz Logar kann laut Umfragen einen erneuten Erdrutschsieg von Jankovic nicht verhindern. Der Parlamentsabgeordnete Logar, ein Schwergewicht der größten Oppositionspartei SDS, genießt die Unterstützung anderer rechtsgerichteter Parteien.

In manchen Städten werden hingegen spannende Wahlkämpfe mit Entscheidungen erst in der zweiten Wahlrunde erwartet. In der zweitgrößten Stadt Maribor kündigt sich in der Stichwahl ein Duell zwischen dem gestürzten Ex-Bürgermeister Franc Kangler und dem Unternehmer Sasa Arsenovic an. Kangler, der vor sechs Jahren nach Korruptionsvorwürfen mit einem Volksaufstand aus dem Amt getrieben wurde, versucht schon zum zweiten Mal ein politisches Comeback.

Die Lokalwahlen finden fünf Monate nach der Parlamentswahl statt, weshalb sie auch als Kraftprobe zwischen der neuen Mitte-Links-Regierung und der konservativen Opposition gelten. Allerdings können die Resultate nicht wirklich als Indikator des aktuellen politischen Klimas im Land gedeutet werden. Größere Parteien, die sich auf nationaler Ebene etabliert haben, haben nicht unbedingt den gleichen Erfolg auf der fragmentierten Gemeindeebene. Üblicherweise schneiden rechtsgerichtete Parteien bei Lokalwahlen tendenziell besser ab als bei Parlamentswahlen.




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