Letztes Update am So, 18.11.2018 10:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fidschi-Regierungschef bleibt nach Sieg bei Parlamentswahl im Amt



Suva (APA/AFP/dpa) - Im pazifischen Inselstaat Fidschi hat der frühere Putschist Voreqe Bainimarama das Amt des Regierungschefs verteidigt. Wie aus den am Sonntag veröffentlichten Ergebnissen der Parlamentswahl hervorging, verteidigte seine Partei FijiFirst (FidschiZuerst) trotz Verlusten die Mehrheit.

FijiFirst kam bei der Abstimmung am Mittwoch demnach auf 50,02 Prozent der Stimmen und übernimmt damit 27 der 51 Sitze im Parlament. Er sei „stolz“, Regierungschef bleiben zu können, sagte Bainimarama im Rundfunk.

Die oppositionelle Sodelpa-Partei kam laut Endergebnis auf knapp 40 Prozent der Stimmen und steigerte ihren Stimmanteil damit erheblich. Sie wird ebenfalls von einem früheren Putschisten geführt und hatte bei der Parlamentswahl vor vier Jahren noch bei gut 21 Prozent gelegen.

Die Wahl in dem Pazifikstaat mit seinen mehr als 300 Inseln war bereits am vergangenen Mittwoch. Die Auszählung der Stimmen wurde jedoch durch heftigen Regen zusätzlich verzögert. Nach einem Bericht der Zeitung „Fiji Times“ äußerte die Opposition am Sonntag Bedenken, dass es dabei nicht mit rechten Dingen zuging.

Die aus mehr als 320 Inseln bestehende Republik Fidschi hat seit ihrer Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft 1970 zahlreiche Staatsstreiche erlebt. Bainimarama kam nach einem Militärputsch vor zwölf Jahren an die Macht. Acht Jahre lang führte er das Land per Dekreten mit einer Militärregierung. Vor vier Jahren siegte seine Partei bei der Parlamentswahl.

Als amtierender Vorsitzender des Weltklimagipfels trat Der 64-jährige Bainimarama in jüngerer Zeit auch international in Erscheinung. Fidschi wäre im vergangenen Jahr eigentlich auch Gastgeber des alljährlichen Gipfels gewesen, trat die Rolle dann aber an Bonn ab. Dieses Jahr ist der Gipfel in Polen.

Unter Bainimarama wuchs die besonders vom Tourismus abhängige Wirtschaft des Inselstaats. Seinen Unterstützern zufolge half er dabei, ethnische Konflikte zwischen den Ureinwohnern und den Nachfahren indischer Vertragsarbeiter zu überwinden. Allerdings bemängeln Kritiker wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Rückstände bei Medien- und Versammlungsfreiheit.




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