Letztes Update am So, 18.11.2018 12:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kopftuchverbot in Volksschulen - NEOS vermuten „Ruckzuck-Aktion“



Wien (APA) - Auch die NEOS sind prinzipiell gesprächsbereit über ein Kopftuchverbot für Volksschülerinnen. Allerdings rieche der Vorstoß der Regierungsparteien „stark nach einer Ruckzuck-Aktion, die nicht sonderlich durchdacht ist“, befand Bildungssprecher Douglas Hoyos gegenüber der APA am Sonntag. „Ein Kopftuchverbot allein kann niemals eine ernsthafte Integrationspolitik ersetzen.“

Mit Bekleidungsvorschriften und -verboten müsse man in einer liberalen Demokratie immer vorsichtig sein, mahnte Hoyos, vor allem die verfassungsrechtliche Komponente müsse hier genau geprüft werden. Man werde sich den Gesetzesvorschlag der Regierung anschauen, „sobald sie ihn auch uns zeigen“, konnte sich Hoyos einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Es ist jedenfalls bezeichnend, dass ÖVP und FPÖ wieder einmal zuerst an die Öffentlichkeit gehen, bevor sie mit dem Parlament in einen Dialog treten.“

Klar sei, dass religionsfreie Räume für Kinder wichtig seien - „aber wem die betroffenen Kinder tatsächlich am Herzen liegen, der diskutiert nicht nur über ein Verbot, sondern investiert in Integration, Bildung und unterstützt Schulen, die sich besonderer Herausforderungen annehmen“, meinte Hoyos.




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