Letztes Update am So, 18.11.2018 14:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„100 Jahre Oberösterreich“ bei Festakt in Linz gefeiert



Linz (APA) - Mit einem Festakt in Linz ist am Sonntag das Jubiläum „100 Jahre Oberösterreich“ gefeiert worden. Erinnert wurde an die Konstituierung der Provisorischen Landesversammlung und an die Wahl des Landeshauptmannes Johann Nepomuk Hauser am 18. November 1918. Festredner hoben die Bedeutung der Demokratie hervor. Gewarnt wurde aber auch vor einem Abtriften nach „weiter rechts“ oder „weiter links“.

Oberösterreich sei ein weltoffenes Land, wo die Menschen anpacken und zusammenhalten, erklärte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) vor dem Landhaus. Oberösterreich könne und solle Ansprüche an sich stellen, sich etwas zutrauen und mutig in die Zukunft gehen. „Oberösterreich soll ein Land der Möglichkeit sein, für alle, die hier leben, arbeiten und unser Land gemeinsam weiterentwickeln wollen.“ Kommende Generationen sollten die Möglichkeiten haben, dieses Land nach ihren Vorstellungen zu gestalten und „wo wir jenen helfen, die sich selbst nicht helfen können“.

Landtagspräsident Viktor Sigl betonte, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. „Erst die Entwicklung einer stabilen Demokratie ab 1945 hat für Österreich und unser Bundesland die Möglichkeiten des breiten Wohlstandes und der persönlichen Entfaltung gebracht.“ Oberösterreich habe dabei die Chancen eines modernen Föderalismus immer bestmöglich genutzt, „das heißt vor allem Bürgernähe und Vorteile im Wettbewerb der Regionen“. Sigl warnte aber auch vor den Folgen einer Vertrauenskrise aufgrund von Abstiegsängsten. „Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich manche Teile der Gesellschaft nach weiter rechts oder weiter links bewegen. Dem müssen wir konsequent entgegensteuern und wieder Begeisterung für Demokratie und Mitbestimmung schaffen, vor allem bei der Jugend.“

Die österreichische Historikerin und Autorin Gudula Walterskirchen spannte in ihrer Rede einen Bogen von historischen Ereignissen zu heutigen demokratiepolitischen Herausforderungen. „Es braucht Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit, nicht nur in der Politik, sondern auch in den Medien - ansonsten ist die Demokratie in Gefahr.“ Eine Gesellschaft, die Demokratie als hohes Gut betrachte, müsse tolerant, aber auch wehrhaft sein. „Das zeigt Geschichte immer wieder“, so Walterskirchen.




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