Letztes Update am So, 18.11.2018 16:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Merkel und Macron wollen Europa weiter voranbringen



Berlin (APA/AFP/dpa) - Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef Emmanuel Macron wollen Europa bis zu den EU-weiten Wahlen im kommenden Jahr weiter voranbringen. „Wir müssen bis Mai sehr viel tun, um ein geeinteres, souveräneres, effizienteres Europa zu erreichen“, sagte Macron am Sonntag vor einem Gespräch mit Merkel im Kanzleramt in Berlin.

Für ein solches Fortkommen sei zuerst ein deutsch-französisches Übereinkommen nötig, so der französische Präsident. Merkel lobte die „großartige“ Rede, die Macron zuvor im Bundestag aus Anlass des Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren gehalten hatte. Dabei hatte Macron die „unerschütterliche“ deutsch-französische Freundschaft beschworen und zugleich mehr europäische Souveränität gefordert. „Das ist genau das, was ich empfinde“, sagte Merkel. Deutschland und Frankreich trügen eine große Verantwortung für Europa.

Merkel und Macron wollen nach eigenen Angaben versuchen, bis Mitte Dezember den EU-Partnern umfassende Reformvorschläge vorzulegen. Man müsse nun „auch wirklich liefern“, sagte Merkel. Dabei geht es um ein gemeinsames Budget für die Eurozone, um Ungleichgewichte besser auszugleichen, zudem soll der Euro mit einem Europäischen Währungsfonds krisenfester werden. Als weiteren Punkt, der aber strittig ist, nannte Merkel die Debatte um eine Digitalsteuer für Konzerne. Zudem müssten letzte Details für den bis 22. Jänner geplanten neuen Elysee-Vertrag für eine noch engere deutsch-französische Zusammenarbeit geklärt werden.

Bei den Europawahlen im Mai wird ein weiteres Erstarken der Nationalisten und Rechtspopulisten befürchtet. Merkel und Macron beschworen dagegen den europäischen Gedanken.




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