Letztes Update am So, 18.11.2018 23:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Metaller-KV - Kopf: Abschluss für Betriebe gerade noch verkraftbar



Wien (APA) - Der Sonntagabend erzielte Lohnabschluss für die Metalltechnische Industrie ist für Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf „ein sehr hoher Abschluss“ und „hart an der Grenze dessen, was die Betriebe verkraften können“. Der leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz zeigte sich zufrieden mit der Einigung, die Lohnerhöhungen zwischen 3,0 und 4,3 Prozent vorsieht.

In der ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“ kritisierte Kopf, dass „eine Vermischung stattgefunden hat zwischen dem, was Regierung und Parlament beschlossen haben an Arbeitszeitregelung und den Arbeitnehmervertretern nicht gefallen hat“ und dass die Unternehmen von Warnstreiks betroffen gewesen seien. Letztlich sei es aber gut ausgegangen und man könne den Abschluss als ein Zeichen dafür werten, dass die Sozialpartnerschaft in ihrem Kernbereich funktioniere, sagte Kopf.

Achitz begründete den hohen Abschluss damit, dass man einen Ausgleich habe finden müssen für das neue Arbeitszeitgesetz. „All das war notwendig, weil es der Gesetzgeber eben nicht getan hat.“

Auch Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl freute sich über ein „auf Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gutes Ergebnis“.

Der Tourismusunternehmer und NEOS-Abgeordnete Sepp Schellhorn kritisierte, dass wegen der hohen Steuerbelastung nur ein geringer Teil des nun vereinbarten Mehraufwandes für die Unternehmer auch bei den Arbeitnehmern ankommen werde. Die kalte Progression sei eine „große Katastrophe“, sagte Schellhorn. Auf die Tourismusbranche umgelegt wäre ein Abschluss in dieser Höhe eine „dramatische Entwicklung“.

Kopf beruhigte, das der hohe Metaller-Abschluss keine Signalwirkung auf Handel und Gewerbe haben könne. Auch er sprach sich für eine frühere Abschaffung der kalten Progression aus. Auch die Arbeitgebervertreter bei den Metallern hatten die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung nach der KV-Einigung dazu aufgerufen, für eine Reduktion der Lohnnebenkosten zu sorgen und die kalte Progression zu beenden.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at

https://news.wko.at/presse

http://www.oegb.at ~ APA313 2018-11-18/23:41




Kommentieren