Letztes Update am Mo, 19.11.2018 10:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


In jedem siebenten deutschen Unternehmen gibt es Dauerstreit



Düsseldorf/Frankfurt (APA/dpa) - In fast jedem siebenten deutschen Unternehmen hängt nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter der Betriebsfrieden dauerhaft schief. Bei einer Umfrage der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung bewerteten 15 Prozent das Verhältnis zur Chefetage nur als ausreichend oder mangelhaft, wie die Stiftung am Montag in Düsseldorf berichtete.

Jeder zehnte Betriebsrat sehe sich in seiner Arbeit regelmäßig behindert, weitere 40 Prozent beklagten gelegentliche Blockaden.

Wo die Noten 4 oder 5 vergeben würden, dürfe die vom Betriebsverfassungsgesetz geforderte „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ bezweifelt werden, erklärte Studienleiter Helge Baumann. Auffallend schlechtere Arbeitsbeziehungen zwischen Führungsetage und Beschäftigtenvertretung gebe es in Unternehmen, die nicht an einen Tarifvertrag gebunden sind. Hier sprächen gut 18 Prozent der Betriebsräte von einem „ausreichenden“ oder gar „mangelhaften“ Verhältnis. In Unternehmen mit Tarifvertrag sind es dagegen nur knapp 11 Prozent.

Ohnehin muss die Mehrheit der Beschäftigten ohne Betriebsrat auskommen, wie Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen. Danach waren 2017 nur 39 Prozent in ihrem Betrieb von einem gewählten Gremium vertreten, im Vergleich zu 2010 ein Rückgang um 5 Punkte.




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