Letztes Update am Mo, 19.11.2018 10:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ukraine-Krise: Vom Maidan zum Dauerkonflikt im Donbass



Kiew (APA/dpa) - Vor fünf Jahren begannen in der Ukraine Massenproteste. Sie führten zu einem Machtwechsel und haben einen Konflikt mit dem Nachbarn Russland zur Folge, der bis heute anhält. Ein Überblick:

November 2013: Die ukrainische Regierung kippt die geplante Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens mit der Europäischen Union. Spontan sammeln sich proeuropäische Demonstranten in Kiew.

Dezember 2013: Hunderttausende protestieren Tag und Nacht auf den Straßen der Hauptstadt, die Polizei beginnt dagegen vorzugehen. Gebäude werden besetzt, auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) errichten die Menschen ein Protestlager mit Barrikaden.

Jänner 2014: Die EU versucht zu vermitteln, dennoch eskaliert die Lage.

Februar 2014: Bei Straßenkämpfen mit Schusswaffeneinsatz sterben mehr als 100 Menschen auf beiden Seiten. Präsident Viktor Janukowitsch flieht nach Russland. Moskau greift militärisch auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim ein und besetzt auch das Parlament.

März 2014: Russland hält ein international nicht anerkanntes Referendum auf der Krim ab und gliedert sie als Landesteil ein. Die EU und die USA verhängen Sanktionen gegen Russland.

April 2014: Im Osten und Süden demonstrieren Zehntausende für eine Föderalisierung und den Anschluss an Russland. Im Donbass wird die „Volksrepublik Donezk“ ausgerufen, Luhansk folgt dem Beispiel. Kiew verkündet eine Antiterroroperation in diesen Gebieten.

Mai 2014: Der Oligarch Petro Poroschenko wird Präsident der Ukraine.

Juli 2014: Über dem Separatisten-Gebiet wird ein Passagierjet der Fluglinie Malaysia-Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich mit einer russischen Rakete abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord sterben. Der Westen verschärft seine Sanktionen gegen Russland.

Februar 2015: In Minsk wird mit Hilfe internationaler Vermittlung ein Friedensplan ausgehandelt. Der Westen bindet die Aufhebung der Russland-Sanktionen an das sogenannte Minsker Abkommen.

September 2017: Das Assoziierungsabkommen mit der EU tritt in Kraft.

April 2018: Die Antiterroroperation wird zwar offiziell umbenannt, ein Endes des Konflikts ist aber nicht in Sicht. Bisher sind nach UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen getötet worden.




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