Letztes Update am Mo, 19.11.2018 11:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mazedonien: Gegner der Namensänderung mobilisieren Anhänger



Skopje (APA) - Nach der Aufregung, welche in Mazedonien in der Vorwoche die Flucht des früheren Premiers Nikola Gruevski nach Ungarn ausgelöst hatte, haben Gegner der Änderung des Staatsnamens am Sonntagabend ihre Anhänger erneut zu einer Protestkundgebung in Skopje versammelt.

Die Kundgebung unter dem Motto „Macedonia, never north“ wurde von der Bürgervereinigung „Boykottiere Verfassungsänderungen“ einberufen. Die Veranstalter des Protestes haben laut Medienberichten weitere Proteste anderswo im Lande, aber auch Blockaden von Verkehrswegen angekündigt.

Mazedonien hatte im Juni mit Griechenland eine Lösung des jahrelangen Namensstreites vereinbart. Das Land soll künftig den Namen Republik Nord-Mazedonien tragen. Im Parlament ist derzeit das Verfahren zu entsprechender Verfassungsänderung im Gange. Den Ankündigungen nach soll es bis Ende Jänner abgeschlossen werden.

Die führende Oppositionspartei, die nationalkonservative VMRO-DPMNE, deren Chef jahrelang Gruevski war, ist gegen die Namensänderung. Hinter der Bürgervereinigung, welche am Sonntag den Protest in Skopje organisiert hatte, werden VMRO-DPMNE-Anhänger vermutet.

Der langjährige Premier Gruevski (2006-2017) war wegen Amtsmissbrauches zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er sollte am 8. November die Haftstrafe antreten, erschien jedoch nicht in der Haftanstalt. Am Dienstag letzter Woche meldete er sich via Facebook aus Budapest, wo er um Asyl angesucht hatte.




Kommentieren