Letztes Update am Mo, 19.11.2018 13:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPÖ fordert Arbeitsmarkt-Paket für Frauen



Wien (APA) - Die SPÖ fordert ein Arbeitsmarkt-Paket für Frauen. In einem Entschließungsantrag am Mittwoch im Nationalrat verlangt die größte Oppositionspartei eine bessere Anrechnung von Karenzzeiten, mehr Zuschläge für Überstunden in Teilzeitarbeit und die Anrechnung auch von Ersatzzeiten für die Pension, kündigten Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner und Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek am Montag in einem Pressegespräch an.

Statt der derzeitigen zehn Monate will die SPÖ die Berücksichtigung der gesamten Karenzzeit von 22 Monaten (ohne acht Wochen Mutterschutz) bei Gehaltsvorrückungen, Urlaubsansprüchen und Kündigungsfristen sowie Entgeltfortzahlungen. Dies würde sich dann auch auf die Pensionshöhe auswirken, erläuterte Heinisch-Hosek. Im Nationalrat ist dazu bereits ein unverbindlicher Entschließungsantrag der Koalitionsfraktionen beschlossen worden, der die Sozialpartner indirekt auffordert, in allen Kollektivverträgen die Ausweitung zu berücksichtigen. Tun sie das bei ihren Gehaltsverhandlungen nicht, soll es eine gesetzliche Regelung geben, hat die Regierung angekündigt.

Zweiter Punkt des SPÖ-Arbeitsmarkt-Paketes ist die Forderung, Mehrarbeitszuschläge in Teilzeit nicht mit 25 sondern wie bei Vollzeitüberstunden mit 50 Prozent abzugelten. Davon sei fast eine Million Frauen betroffen, fast die Hälfte aller Frauen arbeiten teilzeit, erläuterte Heinisch-Hosek. Drittens verlangt die SPÖ, auch Ersatzzeiten wie jene für die Kindererziehung als Beitragszeiten für die Pension anzurechnen. Wenn nun beschlossen werden soll, dass es nach 40 Arbeitsjahren zumindest 1.200 Euro Pension geben soll, dann würden viele Frauen diese nicht erreichen, weil sie nicht 40 reine Arbeitsjahre erreichen, erläuterte die SPÖ-Frauenvorsitzende. Damit wäre diese Maßnahme auch ein wesentlicher Beitrag im Kampf gegen Altersarmut.

Rendi-Wagner kündigte an, dass Chancengleichheit auch für sie als künftige erste weibliche Parteivorsitzende der SPÖ ein großes Ziel sei. Der Regierung warf sie eine „Politik der Gleichgültigkeit“ gegenüber den Menschen und auch gegenüber den Frauen vor.

Angesichts von 100 Jahren Frauenwahlrecht sei vor allem in der Kreisky-Ära zwar einiges in Sachen Gleichstellung erreicht worden, es gebe aber noch sehr viel zu tun, vor allem was gerechte Bezahlung betreffe. Die designierte Parteichefin verwies darauf, dass das durchschnittliche Einkommen der Männer 2018 bei Vollzeitarbeit bei 51.035 Euro gelegen sei, jenes der Frauen hingegen nur bei 40.864 Euro. Dieses Differenz von mehr als 10.000 Euro oder fast 20 Prozent ist für Rendi-Wagner „inakzeptabel“. Die Gründe dafür seien vielfältig, verwies sie auf die vor allem von Frauen geleistete unbezahlte Arbeit oder die nicht ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen. Bei den Pensionen mache der Unterschied zwischen Frauen und Männern durchschnittlich sogar 44 Prozent aus, betonte Rendi-Wagner, dass hier noch „sehr viel“ zu tun sei.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA246 2018-11-19/12:57




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