Letztes Update am Mo, 19.11.2018 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Ein Amerikaner in Paris“ tanzt auf der Linzer Musicalbühne



Linz (APA) - Der Tanzfilm „Ein Amerikaner in Paris“ mit Gene Kelly aus dem Jahr 1951 war längst ein Welterfolg, doch erst 2014 kam das Werk mit der Musik von George Gershwin auf die Bühnen in New York und London. Das ist auch der Grund, warum die deutsche Erstaufführung erst am Linzer Landestheater am 25. November Premiere feiern wird, erklärte Dramaturg Arne Beeker in der Pressekonferenz am Montag in Linz.

Bei dem Ballettmusical bildet „Tanz und nicht Gesang mit der Komposition eine Einheit“, meinte Beeker. Der musikalische Leiter Tom Bitterlich sieht die Besonderheit in dem Stück darin, dass ein „symphonisches Orchester in einem Musical spielt“. Konkret ist es das Linzer Bruckner Orchester, das teilweise über zehnminütige Ballettauftritte begleitet. Auf das Musicalensemble wartet daher eine besondere Herausforderung. Gernot Romic, der den Soldaten Jerry Mulligan spielt, muss nach langen Tanzszenen ohne Verschnaufpause singen. Auf die gebürtige Brasilianerin Myrthes Monteiro, die als Lise Dassin ihr Linzer Debüt gibt, kommen zudem fast ein Dutzend Kostümwechsel hinzu.

Inhaltlich lehnt sich die Linzer Inszenierung von Nick Winston am Film an und ergänzt ihn. Der junge US-Soldat kommt Ende des Zweiten Weltkriegs nach Paris, um dort mehr schlecht als recht als Künstler sein Auslangen zu finden. Er verliebt sich in die Parfümverkäuferin Lise, die jedoch bereits liiert ist. Um sich über Wasser zu halten, geht Jerry ein Verhältnis mit einer reichen Amerikanerin ein. „Die Straßen von Paris bilden den Hintergrund einer modernen Fabel rund um Kunst, Freundschaft und Liebe“, fasst Beeker den Inhalt zusammen. Romic sieht in Jerry aber nicht nur einen „jungen, frischen und dynamischen Charakter“. Er zeigt auch eine unbekanntere Seite. Die jenes jungen Mannes, „der im Krieg Dinge erlebt hat, die niemand sehen möchte“, der im Krieg „einen Freund verloren hat“.

Im Gegensatz zu den Sprechparts bleiben die Gesangstexte von Ira Gershwin unübersetzt in englischer Sprache.

(S E R V I C E - Ballettmusical „Ein Amerikaner in Paris“ nach dem gleichnamigen Film von 1951, Musik von George Gershwin, Gesangstexte von Ira Gershwin, Buch: Craig Lucas, deutsche Dialoge: Roman Hinze, Inszenierung und Choreografie: Nick Winston, Musikalische Leitung: Tom Bitterlich, Dramaturgie: Arne Beeker Kostüm: Ales Valasek. Mit Gernot Romic (Jerry Mulligan), Myrthes Monteiro (Lisa Dassin), Christian Fröhlich (Henri Baurel). Christof Messner (Adam Hochberg), Daniela Dett (Milo Davenport). Premiere am 25. November, 19.30 Uhr, Großer Saal, Musiktheater am Volksgarten. Weitere Aufführungen: 30. November, 2., 5., 7., 8., 12., 13., 14., 18., 19., 26., 28. und 30. Dezember. Infos unter www.landestheater-linz.at)




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