Letztes Update am Mo, 19.11.2018 13:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski nordisch: Stecher sieht Springer, Kombinierer auf richtigem Weg



Wisla/Innsbruck (APA) - Mario Stecher hat schon als Aktiver sehr genau gewusst, was er will. Als neuer Sportlicher Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im ÖSV zeichnet der 41-Jährige gemeinsam mit den Trainern den Weg vor. Kurzfristiges Ziel ist die Heim-WM 2019 in Seefeld. „Dort muss es das Ziel sein, um Medaillen mitfighten zu können, damit es spannend ist. Dann haben wir gut gearbeitet“, betonte Stecher.

Bei den Springern vermisste er beim Weltcup-Auftakt in Wisla noch die Lockerheit. „Am Sonntag war es alles andere als gut. Sie haben nicht das zeigen können, was sie sich vorgenommen haben“, sagte der Wahl-Tiroler gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. „Aber die Springer sind der Spitze näher, als es das Resultat zeigt, davon bin ich überzeugt.“

Am Ende werde man am Resultat gemessen, Einflüsse von Wind und Wetter hin oder her. „Aber das gute Ergebnis wird nicht von einem Tag auf den anderen dastehen. Es gilt einen Weg zu beschreiten und bei diesen Veränderungen (bei Material und Technik, Anm.) muss man sich dafür Zeit geben“, betonte der zweifache Team-Olympiasieger in der Kombination. „Wir haben Topspringer, die ganz vorne sein können und das auch bewiesen haben. Aber das muss sich entwickeln.“ Beim dritten Platz im Teambewerb am Samstag habe man gesehen, dass es in die richtige Richtung gehe.

Mit dem neuen Sprung-Cheftrainer Andreas Felder soll es gelingen, den Rückstand wettzumachen. Andere Nationen hätten den Hebel angesetzt und seien durch Verfeinerung der Technik stärker geworden. Aber warum hätte man bei den ÖSV-Springern auch groß etwas verändern sollen, wenn es doch funktioniert habe, fragte Stecher und wollte wegen Versäumnissen den Schwarzen Peter auch nicht einer einzelnen Person zugeschoben wissen. „Man darf nicht vergessen, dass viel von unserem Know-how durch Trainer nach außen getragen wurde. Da sind wir jetzt nicht mehr vorne, andere haben aufgeholt.“

Auch in der Nordischen Kombination sieht Stecher trotz der regelmäßigen Podestplätze bei Großereignissen Steigerungsbedarf. „Für mich läuft es nur dann rund, wenn man um den Sieg mitkämpfen kann, aber das ist in den letzten Jahren im Weltcup nicht gelungen. Da spielen wir keine große Rolle, aber das muss das Ziel sein.“

Es seien über den Sommer mit dem gleichen Betreuerteam unter Cheftrainer Christoph Eugen Fortschritte feststellbar gewesen. „Wir haben ein sehr gutes, kompaktes Team“, erklärte der Sportliche Leiter vor dem Weltcup-Auftakt am Wochenende in Ruka/Kuusamo. Im Springen besitze man mit Mario Seidl und Franz Josef Rehrl zwei Topleute, auch Bernhard Gruber sei aktuell sehr stark.

Die kommende WM ab 19. Februar 2019 in Seefeld und Innsbruck sieht Stecher, der als Aktiver 1999 in Ramsau WM-Silber geholt hatte, auch als Chance. „Die Heim-WM ist eine großartige Möglichkeit, unseren Sport sympathisch rüberzubringen. Es sind coole Sportarten, die großes Potenzial haben“, sagte der gebürtige Steirer. Als Athlet erlebe man Titelkämpfe in der Heimat nur ein Mal. „Da möchte man das zeigen, wofür man lange gearbeitet hat. Man muss es laufen lassen.“




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