Letztes Update am Mo, 19.11.2018 17:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britischer Außenminister spricht in Teheran über Atomdeal und Jemen



Sanaa/Teheran (APA/AFP) - Der britische Außenminister Jeremy Hunt ist am Montag zu Gesprächen nach Teheran gereist. Mit seinem iranischen Kollegen Mohammad Javad Zarif beriet er über Möglichkeiten, trotz der erneuten US-Sanktionen den Handel aufrechtzuerhalten, wie die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtete.

Das Abkommen müsse zu hundert Prozent eingehalten werden, „um überleben zu können“, erklärte Hunt vor seiner Abreise in London. Sein Land werde sich an die Abmachungen halten, solange der Iran dies auch tue.

Es war der erste Besuch eines westlichen Außenministers in Teheran seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen im Mai. Das Abkommen bleibe „ein entscheidender Faktor für die Stabilität“ in der Region, da der Iran dadurch nicht atomar aufrüsten könne, erklärte Hunt vor seiner Abreise. Trotzdem müsse der Iran aufhören, die Region zu destabilisieren, damit die Probleme im Nahen Osten gelöst werden könnten.

Weitere Themen des Besuchs waren die Freilassung im Iran inhaftierter britischer Staatsbürger sowie die Rolle des Landes im Jemen-Konflikt. Hunt kritisierte die mutmaßlichen Waffenlieferungen des Iran an die Houthi-Rebellen im Jemen. „Wir sind sehr, sehr daran interessiert, im Jemen für Frieden zu sorgen. Das ist im Moment unsere oberste Priorität“, sagte Hunt dem britischen Fernsehsender BBC.

Er verwies zudem auf den Fall der iranisch-britischen Staatsbürgerin Nasanin Zaghari-Ratcliffe und anderer Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, „die hier inhaftiert sind und es nicht sein sollten. Wir wollen, dass sie nach Hause können.“

Zaghari-Ratcliffe sitzt im Iran eine fünfjährige Haftstrafe wegen angeblicher Volksverhetzung ab. Seine „klare Botschaft“ an Teheran sei, dass die Verhaftung unschuldiger Menschen „nicht als diplomatisches Werkzeug verwendet werden“ dürfe.




Kommentieren