Letztes Update am Mo, 19.11.2018 18:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen schließen im Minus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte sind am Montag einheitlich mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,64 Prozent und schloss bei 3.160,33 Zählern.

Zahlreiche Indizes haben ihre Verlaufsgewinne nach dem US-Börsenstart komplett abgegeben. In den USA war die Wall Street angesichts des anhaltenden amerikanisch-chinesischen Handelsstreits schwach in die Thanksgiving-Woche gestartet.

Auch in dieser Woche scheinen politische Themen wie der Handelskonflikt, der Haushaltsstreit in Italien und der Brexit für Verunsicherung unter den Anlegern zu sorgen. Die britische Premierministerin Theresa May muss im Streit um den Entwurf des Brexit-Abkommens mit einem Misstrauensantrag in ihrer Fraktion rechnen.

Italien hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Giovanni Tria nicht die Absicht, den von der EU-Kommission zurückgewiesenen Entwurf für den Haushalt 2019 zu ändern. Der vorgelegte Etat sei „sehr maßvoll“ expansiv, sagte Tria vor Journalisten.

Auch wenn wieder die Politik die dominierenden Themen vorgab, rückten auch einige überraschende kursrelevante Nachrichten in den Fokus. So bestätigte der japanische Autobauer Nissan Medienberichte, wonach Chef Carlos Ghosn sein Einkommen in den Jahresabschlüssen des Unternehmens über viele Jahre als zu niedrig angegeben hat. Nissan will nun den Manager zur Aufgabe seines Postens im Verwaltungsrat drängen. Ghosn hat auch beim französischen Nissan-Partner Renault das Sagen, dessen Aktien nach der Nachricht deutlich unter Druck gerieten und 8,4 Prozent einbüßten.

Unter den Autowerten im Euro-Stoxx-50 zeigten sich BMW mit plus 0,6 Prozent freundlich, während Daimler marginal um 0,08 Prozent sanken. VW Vorzüge konnten sich um klare 1,95 Prozent verbessern. Der Autobauer bestätigte die Margenziele auf Konzernebene sowie für die Marken VW, Audi und Porsche für die Jahre 2020/2025.

Zu den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 zählten Linde plc mit plus 2,4 Prozent. Die Deutsche Bank nahm die Papiere mit „Buy“ auf. Die Fusion des deutschen Industriegaseherstellers mit Praxair aus den USA sei eine exzellente Kombination und schaffe Werte, schrieb Analyst Tim Jones in einer Studie mit Blick auf Synergien und Aktienrückkäufe

In Mailand zogen Telecom Italia knapp vier Prozent an. Die Investoren honorierten damit den Personalwechsel an der Unternehmensspitze, das künftig von Luigi Gubitosi geführt wird. Mit der Benennung des ehemaligen Merrill-Lynch-Bankers konnte sich der US-Investor Elliott durchsetzen, der bei den Italienern für einen radikalen Umbau eintritt.

In der Schweiz profitierten die Aktien des Pharmakonzerns Novartis zwischenzeitlich von positiven Analystenstudien und guten Nachrichten für zwei seiner Produkte. Am Sitzungsende lagen die Titel jedoch 0,4 Prozent im Minus.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA432 2018-11-19/18:10




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