Letztes Update am Mo, 19.11.2018 18:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt mit klaren Verlusten



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Montagshandel erneut mit Kursverlusten beendet. Nach einer Erholung zum Handelsstart legte der Züricher Leitindex SMI schnell wieder den Rückwärtsgang ein. Nach der Aufwärtsbewegung im frühen Handel hätten die Sorgen wieder Überhand gewonnen, kommentierte ein Händler das Marktgeschehen.

Der Brexit und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU standen im Fokus. Die Investoren verschrecke, dass die Regierung in Rom keine Anstalten mache, auf die EU zuzugehen. Das Szenario eines harten Brexit, also eines ungeregelten Austritts Großbritanniens, sei „das Damoklesschwert, das über den Märkten schwebt“, hieß es. Am Nachmittag sorgten schlechter als erwartete Zahlen vom US-Häusermarkt für einen Dämpfer an der Wall Street. Die Tech-Werte auch hierzulande wurden durch negative Medienberichte zum iPhone-Absatz belastet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,06 Prozent tiefer auf 8.812,61 Punkten und damit praktisch auf dem Tagestief. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 1,19 Prozent auf 1.367,06 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,15 Prozent auf 10.312,50 Punkte. Von den Blue Chips schlossen fast alle im Minus, einzig die defensiven Swisscom schafften ein Plus.

Schwächster Titel unter den Top-30 waren Temenos (-4,2 Prozent). Neuigkeiten gab es hierzu keine. Eine wahre Achterbahnfahrt legten im Tagesverlauf S (-3,0 Prozent) hin. Am Morgen hatten die Titel des Chip-Herstellers zeitweise noch um bis zu 7,7 Prozent zugelegt, im Tief betrug das Minus 4,6 Prozent. Ein „Wall Street Journal“-Artikel über eine Auftragskürzung von Apple an seine Zulieferer sorgte für den deutlichen Abwärtsdruck. Das belastete auch Logitech (-3,9 Prozent), für die iPhone-Zubehör ein wichtiger Umsatzträger ist.

Deutlich im Minus endeten auch die Aktien der Luxusgütertitel Swatch (-3,8 Prozent) und Richemont (-1,6 Prozent). Für Swatch hat das Analysehaus Mainfirst das Rating auf „Neutral“ reduziert. Von Merrill Lynch gab es für beide Titel zudem Kurszielsenkungen, wobei für Swatch auch die „Sell“-Bewertung bekräftigt wurde. Bei den anstehenden Zahlen zu den Uhrenexporten erwarten Händler eher enttäuschende Werte.

Bei ABB (-0,9 Prozent) gab es einmal mehr Spekulationen über einen Verkauf der Stromnetzsparte. Nachdem in der Vorwoche die Nachrichtenagentur Reuters entsprechende Meldungen publiziert hatte, folgte nun die „Financial Times“. ABB kommentierte die Gerüchte aber nicht.

Die Schwergewichte gaben unterschiedlich stark ab. Nestlé (-1,3 Prozent) und Roche (-1,5 Prozent) verloren stärker. Novartis (-0,4 Prozent) wurde zeitweise von positiven Produktnews und einer Ratingerhöhung durch die Bank Goldman Sachs gestützt.

Vergleichsweise gering waren die Minuszeichen bei Finanz- und Versicherungstiteln wie etwa UBS (-0,4 Prozent), Credit Suisse (-0,5 Prozent), Swiss Life (-0,3 Prozent) oder Julius Bär (-0,1 Prozent). Julius Bär veröffentlicht am Dienstag einen Zwischenbericht zu den Geschäften in den ersten zehn Monaten.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA440 2018-11-19/18:22




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