Letztes Update am Mo, 19.11.2018 19:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Elisabeth Blanik - Tirols erste SPÖ-Chefin ist Geschichte



Innsbruck (APA) - Elisabeth Blanik, die erste Frau an der Spitze der Tiroler SPÖ, räumt nach rund zwei Jahren den Parteivorsitz - und das doch einigermaßen überraschend. Schließlich war es der 52-Jährigen bei der Landtagswahl im vergangenen Februar gelungen, den Abwärtstrend der hiesigen Roten zu stoppen und die Sozialdemokraten auf den zweiten Platz zu hieven.

Bei den anschließenden Sondierungsgesprächen ging die 52-Jährige jedoch mit der Volkspartei unter Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) mehr oder weniger auf Konfrontationskurs. Und das dürfte nicht bei allen Parteifreunden uneingeschränkt Begeisterung hervorgerufen haben. Besonders dem Listenzweiten Georg Dornauer wurde nachgesagt, einen Weg in Richtung Koalition mit der ÖVP zu forcieren. Auch die Frage um den künftigen Stil auf der Oppositionsbank dürfte einigen Gesprächsbedarf geliefert haben. Nun übergab sie an den parteiintern nicht gänzlich unumstrittenen Sellrainer Bürgermeister.

Die studierte Architektin hatte die Landespartei 2016 von ihrem glücklosen Vorgänger Ingo Mayr übernommen, um sie zu konsolidieren. Die zierliche Osttirolerin galt als Wunschlösung des damaligen Bundesparteichefs und Kanzlers Christian Kern, für dessen Kabinett sie zuvor bereits als mögliche Verkehrsministerin gehandelt worden war. Und nicht nur in der Bundespartei traute man Blanik zu, den Niedergang der Roten im „Heiligen Land“ zu stoppen.

Das lag nicht zuletzt an der guten Performance, die die zweifache Mutter nicht nur als Landtagsabgeordnete, sondern vor allem in ihrer Heimatstadt Lienz als Bürgermeisterin mehrfach unter Beweis gestellt hatte. Blanik eroberte im Jahr 2011 den Bürgermeistersessel im bis dato schwarzen Lienz, um 2016 wiedergewählt zu werden und bei dieser Gelegenheit gleichzeitig die Bedeutung der SPÖ im Gemeinderat der Bezirkshauptstadt weiter auszubauen.

Also lag nahe, dass die als fleißig, rhetorisch und fachlich versiert sowie mitunter angriffig geltende Politikerin auch auf Landesebene reüssieren werde. Zunächst sorgte sie dann für die vielfach beschworene personelle Erneuerung in der Landespartei, ehe sie sich im vergangenen Landtagswahlkampf mit ihrer gesamten politischen Erfahrung unermüdlich für die Sozialdemokratie in die Wahlschlacht warf. Am Ende stand der zweite Platz und mit einem Plus von 3,53 Prozentpunkten ließ Blanik nicht nur den historischen Tiefstand der Partei bei der Landtagswahl im Jahr 2013 vergessen, sondern zeigte, dass es mit der SPÖ in Tirol auch wieder bergauf gehen kann. Und dieses Projekt sieht sie offenbar nun als erfüllt an.

Zur Person: Elisabeth Blanik wurde am 30. Jänner 1966 in Lienz geboren. Die Mutter zweier Kinder lebt in einer Lebensgemeinschaft. Die Osttirolerin studierte an der Technischen Universität in Wien Architektur. Im Anschluss an das Studium übte sie viele Jahre den Beruf als Architektin aus. 2003 zog sie für die SPÖ in den Landtag ein. Von 2004 bis 2011 bekleidete sie das Amt der Vizebürgermeisterin in Lienz, ehe sie bei der Gemeinderatswahl 2011 den Bürgermeistersessel eroberte, den sie bis heute - nach der „Wiederwahl“ 2016 - innehat. Im Oktober 2016 löste sie Ingo Mayr an der Spitze der Tiroler SPÖ ab.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA462 2018-11-19/19:35




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