Letztes Update am Mo, 19.11.2018 20:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiroler SPÖ-Chefin Blanik übergab Staffelholz an Parteivize



Innsbruck (APA) - Tirols SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik hat am Montag nach rund zwei Jahren den Landesparteivorsitz - doch einigermaßen überraschend - an Parteivize Georg Dornauer übergeben. Die Landesparteivorsitzende erklärte am Montagabend vor Journalisten, dass das „Projekt der Erneuerung“ abgeschlossen sei und sie jetzt einen Schritt zurücktreten werde.

Der Landesparteivorstand designierte LAbg. Dornauer mit einer Gegenstimme zum geschäftsführenden Parteichef. Dornauer soll bei einem Parteitag im Februar gewählt werden. Bis dahin will Blanik den Klubvorsitz behalten. Dann soll der gewählte Vorsitzende übernehmen, so Blanik. Die 52-Jährige ging davon aus, dass Dornauer mit „großer Mehrheit“ am Parteitag reüssieren werde.

Der designierte SPÖ-Chef zollte der scheidenden Landesparteivorsitzenden am Montag Respekt: „Elisabeth hat Großartiges geleistet“, sagte der geschäftsführende Parteiobmann: „Du hast die Partei aus einem echten Tief getragen.“ Dornauer betonte zudem, nicht mit der Vergangenheit brechen zu wollen. Man wolle eine progressive, positive Alternative zur schwarz-grünen Landesregierung bieten. Einen stärkeren Fokus will der 35-Jährige auf den urbanen Raum, konkret auf die Landeshauptstadt Innsbruck legen. „Es ist Zeit eine urbane, linke, liberale Politik zu machen, die auch die Menschen im städtischen Raum anspricht“, so Dornauer.

Blanik betonte, dass sie ihre Vorsitzschaft immer als ein Projekt auf Zeit gesehen habe. „Jetzt ist es an der Zeit, an die junge Generation zu übergeben“, meinte die scheidende Parteichefin. Sie habe ihre Aufgabe darin gesehen, die Tiroler SPÖ in sicheres Fahrwasser zu bringen. „Das Projekt ist gelungen“, meinte Blanik. Es sei wichtig gewesen, für eine Erneuerung zu sorgen. Nun beginne „Phase zwei“. „Es ist wichtig und war an der Zeit, einen Schritt zurück zu machen“, betonte die Lienzer Bürgermeisterin. Die räumliche Distanz zwischen der Landeshauptstadt und der Osttiroler Bezirksstadt sei nicht der Hauptgrund für ihren Schritt gewesen, habe aber natürlich auch eine Rolle gespielt.

Blanik hatte die Landespartei 2016 von ihrem glücklosen Vorgänger Ingo Mayr übernommen, um sie zu konsolidieren. Die zierliche Osttirolerin galt als Wunschlösung des damaligen Bundesparteichefs und Kanzlers Christian Kern. Die studierte Architektin sorgte zunächst für die vielfach beschworene personelle Erneuerung in der Landespartei, ehe sie sich im vergangenen Landtagswahlkampf mit ihrer gesamten politischen Erfahrung in die Wahlschlacht warf. Am Ende stand der zweite Platz und mit einem Plus von 3,53 Prozentpunkten ließ Blanik nicht nur den historischen Tiefstand der Partei bei der Landtagswahl im Jahr 2013 vergessen, sondern zeigte, dass es mit der SPÖ in Tirol auch wieder bergauf gehen kann. Und dieses Projekt sieht sie offenbar nun als erfüllt an.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA475 2018-11-19/20:21




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