Letztes Update am Di, 20.11.2018 08:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drei Festnahmen wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Australien



Melbourne/Sydney (APA/AFP) - Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in der australischen Stadt Melbourne sind drei Männer festgenommen worden. Die drei australischen Staatsbürger türkischer Abstammung seien bei nächtlichen Razzien gefasst worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Männer seien von der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) inspiriert gewesen, Verbindungen zum IS seien aber nicht bekannt.

Die Sicherheitsbehörden hatten die drei Brüder im Alter von 21, 26 und 30 Jahren bereits seit März im Visier. Nach der Messerattacke vom 9. November, bei der ein Angreifer in Melbourne einen Menschen tötete und zwei weitere verletzte, seien die Verdächtigen aktiver geworden, erklärte die Polizei.

Nach Angaben eines Sprechers der Anti-Terror-Behörden wollten die Männer sich halbautomatische Gewehre beschaffen, um belebte Plätze in Melbourne anzugreifen. Konkrete Anschlagsziele hätten sie noch nicht gehabt. Die Behörden befürchteten aber, dass sie in der Vorweihnachtszeit zuschlagen könnten.

Nach ihrer Festnahme wurden die drei Männer der Vorbereitung einer terroristischen Straftat beschuldigt. Ihnen droht lebenslange Haft. Die Verdächtigen sind nicht vorbestraft. Allerdings waren in diesem Jahr ihre Reisepässe eingezogen worden. Es bestand der Verdacht, dass sie sich Terrorgruppen im Ausland anschließen wollten.

Die Festnahmen erfolgten rund zehn Tage nach der Messerattacke von Melbourne. Ein 30-jähriger Mann aus Somalia war am 9. November in der Innenstadt von Australiens zweitgrößter Stadt mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Er erstach einen 74-jährigen Cafebesitzer und verletzte zwei weitere Passanten. Dann attackierte er eintreffende Polizisten und wurde schließlich von einem der Beamten erschossen.

Der getötete Cafebesitzer wurde am Dienstag mit einem Staatsbegräbnis geehrt. An der Trauerfeier in der St.-Patrick‘s-Kathedrale in Melbourne nahmen Hunderte Menschen teil.




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