Letztes Update am Di, 20.11.2018 11:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovo nicht in Polizeiorganisation Interpol aufgenommen



Prishtina (Pristina)/Dubai (APA) - Der Kosovo ist nicht in die internationale Polizeiorganisation Interpol aufgenommen worden. Die Interpol-Generalversammlung hatte am Dienstag in Dubai zweimal über die Aufnahme des Westbalkanlandes abgestimmt und beide Mal wurde die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht, wie Medien übereinstimmend berichteten. Prishtina bedauerte das Ergebnis, Belgrad zeigte sich indes erfreut.

Beim ersten Durchgang stimmten 76 Staaten dafür, 56 dagegen und 22 enthielten sich der Stimmen. Nach kurzer Pause wurde die Abstimmung wiederholt: Für die Aufnahme des Kosovos stimmten demnach nur mehr 68 Staaten, 51 waren dagegen und 16 enthielten sich der Stimme. Laut dem TV-Sender RTK hätte es unter den Staaten, die sich der Stimme enthielten, auch welche gegeben, die die Unabhängigkeit des Kosovos anerkannten.

Der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic feiert unterdessen die Resultate auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als einen „Sieg“. Belgrad hat sich der Aufnahme des Kosovo energisch widersetzt. Serbien erkennt - wie auch fünf EU-Staaten - die Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz nach wie vor nicht an.

Der Kosovo, der nach dem Krieg jahrelang von der UNO verwaltet wurde und 2008 seine Unabhängigkeit verkündete, wollte schon 2010 und erneut 2015 Interpol-Mitglied werden. Wegen fehlender Unterstützung hatte Prishtina im September 2017 den Beitrittsantrag zurückgezogen.




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