Letztes Update am Di, 20.11.2018 11:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien will sich gegen Verschleuderung von Schadholz einsetzen



Rom (APA) - Italien richtet einen Appell an die österreichische Holzindustrie, Schadholz aus den norditalienischen Unwettergebieten zu fairen Preisen abzunehmen. Man dürfe den Preis des Holzes nicht zu stark drücken, denn das benachteilige die italienischen Waldbesitzer, die ohnehin wegen der Unwetter schwere Schäden erlitten hätten, so der Verband der italienischen Holz- und Möbelindustrie FederlegnoArredo.

Verbandspräsident Emanuele Orsini meinte im Gespräch mit der APA, österreichische Sägewerke seien bereit, das Holz aus den norditalienischen Unwettergebieten zu einem Preis von 14 bis 20 Euro pro Kubikmeter aufzukaufen. Der aktuelle Marktpreis liege jedoch bei 70 Euro. Orsini forderte die Waldbesitzer auf, das Holz der umgestürzten Bäume nicht zu verschleudern.

„Das Holzangebot ist zurzeit sehr hoch und das drückt die Preise, man darf jedoch nicht übertreiben“, so Orsini. Es sei wichtig, mit österreichischen Sägewerken und Holzhändlern zusammenzuarbeiten, damit das in Norditalien herumliegende Schadholz weggeräumt werden kann. „Österreich ist ein wichtiger Partner für Italiens Holzindustrie. 80 Prozent der Holzimporte Italiens stammen aus Österreich. Wir sind froh, wenn österreichische Unternehmen das Schadholz aufkaufen, allerdings müssen faire Preise garantiert werden“, meinte Orsini.

Circa 12 Millionen Kubikmeter Holz liegen in den Dolomiten-Wäldern, die von den schweren Unwettern Ende Oktober heimgesucht wurden. Das entspricht zweimal dem Bedarf der italienischen Industrie in einem Jahr. Damit das Holz verwertet werden kann, müssen die umgestürzten Bäume gesammelt und gelagert werden. „Wir haben wenig Zeit, maximal vier oder fünf Monate. Wir müssen das Holz lagern, damit es auch im Ausland verkauft werden kann, wo die Nachfrage stark ist“, sagte Orsini.

Von der Regierung verlangt der Verband Steuererleichterungen für Unternehmen in den Unwettergebieten. Steuerbegünstigungen fordert FederlegnoArredo auch für ausländische Unternehmen, die vor Ort das Holz verarbeiten wollen und dabei italienisches Personal einstellen.




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