Letztes Update am Di, 20.11.2018 12:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


180 Jahre Fotografie: Wettbewerb, Buch und Hoffnung auf ein Museum



Wien (APA) - 2019 feiert die Fotografie ihr 180-jähriges Jubiläum: Aus diesem Anlass schließen sich zahlreiche Foto-Institutionen des Landes zusammen, um „die Bedeutung von Fotografie in ihrer Geschichte, der Gegenwart und vor allem für die Zukunft mit aufmerksamkeitsstarken Aktivitäten zu würdigen“, wie es am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Photographischen Gesellschaft (PhG) hieß.

Ziel ist es, „Fotografie auf eine breitere Basis zu stellen und Gemeinsamkeiten zu finden“, so PhG-Präsident Werner Sobotka. Unter den gemeinsamen Aktivitäten, für die sich Institutionen wie die PhG, die Graphische und der Österreichische Verband der Fotografie (ÖVF) gemeinsam mit CEWE stark machen, finden sich unter anderem ein Jugendfotowettbewerb zum Thema Umwelt („Our Wold is Beautiful“) sowie ein Buchprojekt zu 180 Jahren Fotografie, das sich mit den Entwicklungen des Genres im künstlerischen, technischen und sozialen Bereich auseinandersetzt. Darüber hinaus sollen zahlreiche Jubiläumsaktionen in allen Bundesländern stattfinden. Laut Heinz Mitteregger von der Bundesinnung der Berufsfotografen ist auch ein neues Magazin namens „Portfolio“ geplant, eine Sonderausgabe widmet sich im kommenden Jahr dem Jubiläum.

Gemeinsam ist den Institutionen auch der Wunsch nach einem Fotomuseum, das Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) ins Leben rufen möchte. Dass dieses eventuell in Salzburg beheimatet sein soll, stößt bei den Wiener Institutionen hingegen auf wenig Gegenliebe. Peter Bauer, Direktor der Graphischen Gesellschaft, fände es „wirklich schade, wenn die Entscheidung gegen Wien ausfällt“. Die Bundeshauptstadt sei schon allein historisch bedingt geeigneter, da es in Wien mehr Anknüpfungspunkte gebe.

Seitens des Ministeriums verwies man auf APA-Anfrage auf die gerade laufende Machbarkeitsstudie, die vom Land Salzburg in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt beauftragt wurde. Diese soll 2019 fertiggestellt und präsentiert werden. Ziel sei eine „Entscheidungsgrundlage für die Frage, ob und in welcher Form ein Haus für Fotografie in Salzburg realisierbar wäre“, heißt es aus dem Ministerbüro. Geklärt werden sollen u.a. Fragen nach dem genauen Ort, der Struktur und der Finanzierung.

Bereits kommende Woche (24. und 25. November) können sich Fotografie-Fans auf der jährlich stattfindenden Messe „Photo+Adventure“ einfinden, auf der die genannten Institutionen ebenfalls vertreten sein werden. Als besonderen Programmpunkt kündigte Ewald Schmelz vom ÖVF die Würdigung der Österreichisch-US-amerikanischen Fotografin Lisl Steiner an, der auf der Messe die Ehrensenatorinnenwürde zuteilwerden soll. Die 1938 vor den Nationalsozialisten geflüchtete Fotografin (92) wurde vor allem durch Fotos von Polit-Prominenz wie John F. Kennedy, Martin Luther King oder Fidel Castro sowie Künstlern wie Friedrich Gulda oder Louis Armstrong bekannt.

Ebenfalls auf der Messe, auf der sich mehr als 250 Aussteller versammeln, lädt die Photographische Gesellschaft zur Ausstellung „Best of Lukas Beck“, bei der dem Künstler die Goldene Gesellschaftsmedaille der PHG für Verdienste um die künstlerische Fotografie verliehen wird.

(S E R V I C E - „Photo+Adventure“-Messe, 24. und 25. November, Messe Wien. www.photoadventure.at)




Kommentieren