Letztes Update am Di, 20.11.2018 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Interpol lehnt den Kosovo ab - Belgrad kritisiert Unterstützung Kurz‘



Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Der serbische Außenminister Ivica Dacic hat nach dem Scheitern des Kosovo an der Aufnahme in die internationale Polizeiorganisation Interpol Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kritisiert. „Nicht einmal Kurz konnte ihm helfen“, zeigte sich Dacic am Dienstag über die Ablehnung schadenfroh. Er habe Kurz erst kürzlich davor gewarnt, die „Partei des Verlierers“ zu ergreifen.

Dacic kritisierte auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ). Dieser müsste seiner Meinung nach nun den in Österreich lebenden Serben, die ihn gewählt hatten, erklären warum er sein Versprechen, nicht für die Kosovo-Aufnahme in Interpol abzustimmen, gebrochen habe.

Aus dem Bundeskanzleramt hatte es Anfang November geheißen, Kurz habe mit Strache und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) vereinbart, dass Österreich bei der Abstimmung „die Mitgliedschaft des Kosovo akzeptieren“ werde.

Die Interpol-Generalversammlung stimmte am Dienstag zweimal über die Aufnahme des Kosovo ab. Die notwendige Zweidrittelmehrheit kam dabei aber nicht zustande. Neben Serbien haben Medienberichten zufolge auch Russland, Weißrussland, Spanien, Marokko, China und Venezuela gegen die Aufnahme gestimmt. Diese Staaten erkennen wie auch Belgrad die Unabhängigkeit der ehemaligen serbischen Provinz nicht an.




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