Letztes Update am Di, 20.11.2018 13:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Julius Bär spürt Margendruck und will sparen



Zürich (APA/awp/sda) - Die Schweizer Julius Bär Gruppe hat im dritten Quartal 2018 die schwierigen Marktverhältnisse zu spüren bekommen. Die Kundenaktivitäten ließen noch ausgeprägter nach als im ersten Halbjahr, was sich negativ auf die Margen auswirkte. Die Bank plant nun zusätzliche Sparmaßnahmen.

Ende Oktober 2018 verwaltete Julius Bär Vermögen (AuM) im Umfang 395 Mrd. Franken (347 Mrd. Euro), wie das Institut am Dienstag mitteilte. Seit Jahresbeginn entspricht dies immerhin einer Zunahme von 2 Prozent. Allerdings hatte die Bank Mitte des Jahres noch AuM in der Höhe von 400 Mrd. ausgewiesen.

Geschuldet ist der Rückgang gegenüber Juni der ungünstigen Marktentwicklung, insbesondere den Kurskorrekturen an den Aktienmärkten im Oktober. Der negative Performancebeitrag machte laut den Angaben daher auch den positiven Beitrag zunichte, den der „robuste“ Netto-Neugeldzufluss, die im Juni erfolge Akquisition der Reliance Gruppe in Brasilien sowie ein leicht positiven Währungseffekt leisteten.

Der annualisierte Netto-Neugeldzufluss sei bei „nahezu 5 Prozent“ gelegen und damit knapp unter der Mitte des mittelfristigen Zielbereichs von 4 bis 6 Prozent, betonte Julius Bär weiter. Alle Regionen verbuchten Zuflüsse neuer Kundengelder, wobei die Beiträge von Kunden mit Domizil Asien, Großbritannien und Deutschland besonders hoch ausfielen.

Mit Engagements hielten sich die Kunden auf Grund der schwierigen Marktbedingungen aber zurück. Das Nachlassen der Kundenaktivität im dritten Quartal fiel laut Mitteilung dabei ausgeprägter aus als noch Mitte Jahr erwartet. Damit verdiente das Institut auf die verwalteten Vermögen weniger. Die Bruttomarge verringerte sich auf 87 Basispunkten (BP) verglichen mit noch 91 BP im ersten Semester 2018.

Um die Auswirkungen der marktbedingten Ertragsschwankungen abzuschwächen, hat die Bank hat nun weitere, nicht näher definierte Maßnahmen zur Senkung der Ausgaben und zur Steigerung der Effizienz eingeleitet. Damit glaubt sie, die Zielvorgabe 2019 erfüllen zu können.

Der Markt nahm die Angaben nicht gut auf, da sie die Erwartungen der Analysten nicht erfüllten. Die Aktien von Julius Bär verlieren bis gegen 11.30 Uhr 5,2 Prozent auf 41,27 Franken und bilden damit das Schlusslicht unter den SMI-Werten. Allerdings leiden sämtliche Banken-Valoren - auch in anderen europäischen Märkten - heute unter starkem Abgabedruck.

~ WEB http://www.juliusbaer.com/ ~ APA291 2018-11-20/13:43




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