Letztes Update am Di, 20.11.2018 14:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Demerci weist bei Prozessauftakt in Istanbul Vorwürfe zurück



Ankara/Istanbul/Köln (APA/AFP) - Der Kölner Sozialarbeiter und Journalist Adil Demerci hat bei seinem Prozessauftakt in der Türkei am Dienstag den Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zurückgewiesen. Der 32-Jährige bestätigte vor Gericht in Istanbul zwar die Teilnahme an Beerdigungen von Kämpfern gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS), bestritt aber eine Mitgliedschaft in einer „Terrororganisation“.

Er habe an den Trauerfeiern teilgenommen, weil die Getöteten gegen die IS-Miliz gekämpft hätten, sagte der freie Mitarbeiter der linken türkischen Nachrichtenagentur Etha. Er sei in den vergangenen Jahren wiederholt ohne Probleme in die Türkei ein- und ausgereist, doch als er im April zum Urlaub mit seiner krebskranken Mutter nach Istanbul gekommen sei, sei er am Tag vor seiner Abreise in der Wohnung seiner Großeltern festgenommen worden, berichtete Demerci.

Sein Anwalt Mustafa Peköz warf der Anklage vor, keine Beweise für ihre Vorwürfe vorgelegt zu haben. „Die Staatsanwaltschaft muss Beweise erbringen, dass mein Mandant als Mitglied in einer verbotenen terroristischen Vereinigung tätig ist“, sagte Peköz. Diese Vorwürfe seien „für unser Land eine Schande“ und den Beobachtern aus Deutschland nicht zu erklären.




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