Letztes Update am Di, 20.11.2018 15:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Litauischer Theaterregisseur Eimuntas Nekrosius gestorben



Vilnius (APA/dpa) - Der international bekannte litauische Theaterregisseur Eimuntas Nekrosius ist einen Tag vor seinem 66. Geburtstag gestorben. Der Opern- und Theatermacher starb nach Angaben von Angehörigen am Dienstagmorgen in einem Krankenhaus in Vilnius. Nekrosius habe zuvor nach einer Reise über Unwohlsein geklagt, sagte der mit dem Regisseur verwandte Parlamentsvizepräsident Arvydas Nekrosius der Agentur BNS.

Nekrosius galt als einer der renommiertesten Regisseure Litauens, dessen Theaterproduktionen auch international Anerkennung fanden. Nachdem er 1978 seine Studien in Moskau beendet hatte, inszenierte er zunächst dramatisches Theater in Kaunas und Vilnius. Mit seinen Regiearbeiten führte eine neue ästhetische Dimension in das Theater des damals noch zur Sowjetunion gehörenden Litauens ein.

Für Aufsehen sorgte Nekrosius besonders Ende der 1980er Jahren mit Inszenierungen von Werken von Anton Tschechow, mit denen er durch eine Gastspielreise 1988 auch im Westen berühmt wurde. Nach der wiedererlangten Unabhängigkeit Litauen arbeitet er für das litauische internationale Theaterfestival Life, mit der von ihm gegründeten Theatergruppe Meno Fortas und in Italien, Russland und Argentinien.

Präsidentin Dalia Grybauskaite sprach in einer Beileidsbekundung von einem „großen Verlust für die gesamte Theaterwelt, in der Nekrosius‘ außergewöhnliches Talent unser Land repräsentiert und Litauens Namen in die Welt getragen hat“. Auch Regierungschef Saulius Skvernelis bezeichnete den Tod des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs als „enormen Verlust für die litauische Kultur als Ganzes.“

Mit „Cinkas“ („Zink“), einem Theaterstück über die weißrussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, war Nekrosius im vergangenen Jahr nach mehr als 25 Jahren wieder an die Bühne des Staatlichen Jugendtheaters in Vilnius zurückgekehrt. Auch inszenierte er am Litauischen Nationalen Opern- und Balletttheater.




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