Letztes Update am Di, 20.11.2018 18:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Berichte: Frankreich könnte weitere Atomreaktoren schließen



Paris (APA/dpa) - Die französische Mitte-Regierung sucht laut Medienberichten immer noch nach einen Kurs für seine langfristige Atompolitik. Wie das Enthüllungsblatt „Le Canard Enchaine“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, dürfte Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag nächster Woche (27.11.) die mehrjährige Energieplanung vorstellen.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf ein Regierungspapier, es könnten laut einem weitgehenden Szenario bis 2028 sechs Atomreaktoren geschlossen werden. Dabei seien die beiden Reaktoren des umstrittenen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim nicht mit eingerechnet.

Der Schließungstermin für Fessenheim ist bisher unklar geblieben. Die staatliche französische Atomaufsicht bereitet sich auf das Abschalten bis 2022 vor.

Ein anderes Szenario in dem Papier sehe hingegen bis 2028 überhaupt keine weitere Schließung über Fessenheim hinaus vor, berichtete die Agentur. Frankreich betreibt 58 Atomreaktoren - nur die USA haben mehr. Mehr als 70 Prozent der französischen Stromproduktion kommen aus Kernkraft. Die französische Regierung will diesen Anteil mittelfristig auf 50 Prozent drücken. Der beliebte Umweltpolitiker Nicolas Hulot hatte beim seinem Rücktritt als Umweltminister im vergangenen August die Atomkraft als einen „wirtschaftlich und technisch unnützen Wahnsinn“ gegeißelt.




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