Letztes Update am Di, 20.11.2018 19:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt erneut tiefer



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der schweizerische Aktienmarkt hat am Dienstag die Talfahrt des Vortages fortgesetzt. Sorgen bereitete den Anlegern insbesondere die sich mehrenden Hinweise auf eine Abschwächung der globalen Konjunktur. An den US-Finanzmärkten ging der Ausverkauf der Technologietitel weiter.

Die Märkte befanden sich weltweit im Rückwärtsgang. Belastend wirkte vor allem laut Händlern, dass es derzeit keine Signale für eine rasche Erholung gibt. So deuteten die neuesten Daten auf eine Abschwächung der US-Wirtschaft hin. Dazu hielten in Europa die nach wie vor unklare Situation beim Brexit und die Unsicherheit über den Ausgang des Haushaltsstreits zwischen Italien und der EU die Anleger in Atem. Am Dienstag stiegen die Absicherungskosten für italienische Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit einem Monat. An der New Yorker Börse hielt inzwischen der Ausverkauf der Technologietitel an.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,49 Prozent tiefer bei 8.769,45 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem das Gewicht der groß kapitalisierten Titel stärker begrenzt ist, verlor 1,08 Prozent auf 1.352,35 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,49 Prozent auf 10.261,54 Punkte. Von den 30 Standardwerten schlossen 27 im Minus.

Schwächste Aktie unter den 30 SLI-Titeln waren Julius Bär (minus 7,2 Prozent). Der Vermögensverwalter hatte mit seinem Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten die Analysten insbesondere bei der Bruttomarge und beim Kosten-Ertragsverhältnis enttäuscht. Unter starkem Abgabedruck standen aber auch UBS (-2,3 Prozent) und Credit Suisse (minus 4,6 Prozent). Die Deutsche Bank hatte am Morgen für beide Schweizer Großbanken das Rating gesenkt. Goldman Sachs stufte Credit Suisse zusammen mit anderen europäischen Banken mit großen Investmentbankabteilungen herab.

Deutlich im Minus notierten auch Technologietitel wie Temenos (minus 3,4 Prozent), Logitech (minus 2,1 Prozent) sowie Sonova (-minus 2,2 Prozent). Der Hörgerätehersteller hatte am Morgen mit seinen Angaben zur ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2018/19 die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Ebenfalls Abgaben verzeichneten die Titel der Zykliker aus der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie). So schlossen ABB (minus 1,2 Prozent), Rieter (minus 4,8 Prozent), Sulzer (minus 0,9 Prozent), Georg Fischer (minus 1,4 Prozent), OC Oerlikon (minus 0,6 Prozent) und Schindler (minus 0,4 Prozent) im Minus. Ihr Branchenverband Swissmem hatte zuvor einen Rückgang beim Bestelleingang im dritten Quartal und eine Abkühlung der Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten gemeldet.

Obwohl der Uhrenexporte im Oktober gestiegen waren , gaben auch die Uhrentitel Swatch (minus 1,7 Prozent) und Richemont (minus 1,6 Prozent) deutlich nach.

Die drei wichtigsten Märkte Hongkong, USA und China hätten zwar ein beeindruckendes Wachstum verzeichnet, sagte ein Händler. Die Frage bleibe jedoch, ob diese Entwicklung bei den Uhren- und Schmuckhändlern auch tatsächlich die Konsumentenstimmung der Chinesen korrekt widerspiegle.

Stützend dagegen wirkten im sonst schwachen Markt die SMI-Schwergewichte: Novartis (plus 0,9 Prozent), Roche (plus 0,4 Prozent) und Nestlé (plus 0,2 Prozent) verzeichneten neben Kühne+Nagel (plus 1,0 Prozent) als einzige Titel im SLI Zugewinne. Ins Plus bewegte sich Kühne+Nagel, nachdem Konkurrent Panalpina (plus 6,3 Prozent) am Vorabend den Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten Peter Ulber bekannt gegeben hatte.

Mit dem Abgang von Ulber wächst laut Marktbeobachtern die Erwartung, dass Panalpina zu einem Übernahmekandidaten avancieren könnte. Das dürfte der Aktie Rückenwind geben, kommentierte die Bank Vontobel den Vorgang.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA522 2018-11-20/19:00




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