Letztes Update am Di, 20.11.2018 19:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kulturfonds Salzburg: Preise an Filmemacher und Musikwissenschafter



Salzburg (APA) - Die Stadt Salzburg hat am Dienstagabend die Kulturfonds-Preise 2018 vergeben. Die mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptauszeichnungen gingen an den Filmemacher Bernhard Braunstein (Kategorie Kunst & Kultur), den Musikwissenschafter Joachim Brügge (Kategorie Wissenschaft & Forschung) und den Mitbegründer und langjährigen Leiter des Filmkulturzentrums „Das Kino“ Michael Bilic für sein Lebenswerk.

Braunstein, Jahrgang 1979, studierte Kommunikationswissenschaften in Salzburg und lebte von 2009 bis 2017 in Paris. Derzeit arbeitet er als freier Dokumentarfilmregisseur, Cutter und Kameramann in Salzburg und Wien. Seine Doku „Atelier de Conversation“ über das Sprachlabor des Centre Pompidou in Paris, in dem sich Menschen aus aller Welt wöchentlich treffen, um Französisch zu lernen, wurde 2017 mehrfach ausgezeichnet. Gewürdigt wurde auch der Grundton seiner Arbeiten: Ein neugieriger, offener Blick auf die Menschen und das Leben, frei von vorgefertigten Erwartungen.

Der 1958 in Kiel geborene Musiktheoretiker Joachim Brügge leitet das Institut für musikalische Rezeptions- und Interpretationsgeschichte an der Universität Mozarteum. Sein historisches Interesse konzentriert sich auf den Zeitraum von der Wiener Klassik bis in die Gegenwart. An der Schnittstelle von Wissen und Kunst habe er wesentlich dazu beigetragen, den gemeinsamen Schwerpunkt „Wissenschaft & Kunst“ am Mozarteum und an der Universität Salzburg zu entwickeln, so die Begründung der Jury.

Michael Bilic (72) war einer der Initiatoren für ein eigenes Programmkino in der Stadt Salzburg. Im Juli 1978 wurde das Filmkulturzentrum „Das Kino“ eröffnet. Der studierte Psychologe war von Beginn an im Leitungsteam tätig. 1983 übernahm er die Leitung und Geschäftsführung, die er bis zu seiner Pensionierung 2016 innehatte. Bilic förderte insbesondere junge Filmemacher und begründete etwa das Bergfilmfestival und das Lateinamerika-Filmfestival.

Zusätzlich vergab der Kulturfonds am Dienstag vier weitere Preise, die jeweils mit 6.000 Euro dotiert sind. Der Förderpreis für Kunst & Kultur ging ebenfalls an eine junge Filmschaffende, Antoinette Zwirchmayr (29). Die Filme der Absolventin der Akademie der Bildenden Künste Wien werden sei 2011 auf zahlreichen Festivals präsentiert und wurden mehrfach ausgezeichnet. Der Förderpreis für Wissenschaft & Forschung wurde an Mario Gimona verliehen, der richtungsweisend am Zentrum für Querschnitt- und Geweberegeneration an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg arbeitet.

Der Salzburgpreis wurde an die Crew von ohnetitel verliehen. Die Künstler setzen seit Jahren in Salzburg besondere Projekte im öffentlichen Raum um. Der Kinder- und Jugendpreis des Kulturfonds ging 2018 an Katharina Anzengruber, die - gleichfalls an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst - ihr Projekt „Klangkörper - Körperklang“ initiierte.

Der Kulturfonds der Stadt Salzburg würdigt jedes Jahr außergewöhnliche Leistungen im Bereich Kunst und Wissenschaft, herausragende Lebenswerke und Arbeiten, die sich mit der Stadt Salzburg auseinandersetzen.




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