Letztes Update am Mi, 21.11.2018 01:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - Türkei: Auftraggeber zur Verantwortung ziehen



Washington/Istanbul (APA/AFP) - Die Türkei hat gefordert, die Auftraggeber der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi zur Verantwortung zu ziehen. „Wer auch immer den Auftrag gegeben hat, sollte zur Verantwortung gezogen werden“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag bei einem Besuch in Washington. „Wer auch immer das Verbrechen begangen hat, sollte vor Gericht gebracht werden.“

Zugleich betonte Cavusoglu, die Türkei wolle weiterhin gute Beziehungen zu Saudi-Arabien unterhalten. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, an den engen Beziehungen zu Riad festhalten zu wollen - auch wenn sich erweisen sollte, dass Kronprinz Mohammed bin Salman das Tötungskommando nach Istanbul entsandte. „Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, ein unverbrüchlicher Partner Saudi-Arabiens zu bleiben“, betonte Trump in einer schriftlichen Erklärung.

Der US-Präsident schloss zwar nicht aus, dass Kronprinz Mohammed von dem Plan zur Tötung des Journalisten „Kenntnis gehabt“ haben könnte, fügte aber sogleich hinzu: „Vielleicht hatte er dies und vielleicht auch nicht!“ Der US-Geheimdienst CIA geht Medienberichten zufolge davon aus, dass der Kronprinz die Ermordung Khashoggis in Auftrag gab.

Der regierungskritische Journalist war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Erst nach wochenlangem internationalen Druck gab die Führung in Riad zu, dass der Journalist von Agenten des Königreichs getötet wurde. Der Fall Khashoggi hat Trump in eine extrem schwierige Lage gebracht, da der Schulterschluss mit Riad und dem Kronprinzen ein zentraler Baustein seiner Nahostpolitik ist.




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