Letztes Update am Mi, 21.11.2018 11:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arthur Arbessers „Reise-Chic“-Label ist in Wien angekommen



Wien/Mailand (APA) - Als Designer mit eigenem Label und Kreativdirektor des Tod‘s-Brands Fay ist der Wiener Arthur Arbesser ständig auf Achse. Dienstagabend ist er mit seiner ersten Kollektion für das italienische Label in seiner Geburtsstadt angekommen: Die Fay-Modelle wurden stilecht zwischen stillgelegten Gleisen und einem ausrangierten Waggon in der Alten Remise in Meidling präsentiert.

„Meine ästhetische Idee dieser Marke dem Wiener Publikum zu zeigen, ist mir wichtig“, sagte Arbesser im APA-Interview. Der aus Amerika stammende Brand war ursprünglich ganz auf von Feuerwehruniformen inspirierte Jacken ausgerichtet, wurde in den 1980er-Jahren von der Tod‘s-Gruppe akquiriert und vor allem im Stiefelstaat richtig groß gemacht. „In den 80er-Jahren war eine Fay-Jacke etwas, das musste man haben, und logischerweise ist es in Italien eine Art Statussymbol“, meinte der Wiener, der seit rund eineinhalb Jahren als kreativer Kopf fungiert.

„Es ist die Jacke für den jungen ‚Professional‘, ob Anwalt oder Anwältin, Arzt und so weiter, generationenübergreifend vom Vater auf den Sohn - die Jacke, die man sich kauft, wenn man was Gescheites haben will. Dafür steht sozusagen Fay“, schwärmte Arbesser. Er sei von Anfang an begeistert gewesen von der „gesunden, guten Basis“ der Marke an sich und lobte überdies den Konzern als „total saubere und ordentliche Firma, das gibt es schon so selten“. „Die Sachen haben einen anständigen Preis, sie sind teuer, aber leistbar, und man bekommt Wertigkeit für sein Geld“, betonte der Designer. „Ich fühlte mich als Mitte-30-Jähriger auch sofort hingezogen zu einer Sache, die Beständigkeit und Qualität ausstrahlt.“

Dass es bei einer Marke wie Fay auch immer um den Wiedererkennungswert geht, stört Arbesser nicht: „Für mich war das Dabeihaben-Müssen gar keine Last - ich empfand selber gleich die ikonischen Stücke als die besten Stücke und war sofort Feuer und Flamme, sie als Basis zu behalten und mit ihnen zu spielen. Wirklich iconic ist, was veränderbar ist, da zeigt sich die gute Substanz und wie viel Potenzial da noch ist.“ Dazu zählt vor allem die „4 Ganci“, eine Jacke mit unverkennbaren vier Haken als Verschlüssen.

Generell steht Fay seit jeher für das Thema Reisen. „Weil es eine Marke für arbeitende Menschen ist, braucht es Sachen, die performen. Egal ob im Zug, im Flugzeug, sie knittern nicht. Als kreativer und träumerischer Menschen habe ich meine eigene Marke, aber hier fühle ich mich sehr hingezogen zu diesem praktischen Gedanken.“ Zwischen seinem Label Arthur Arbesser mit Sitz in Mailand und Fay mit Sitz in der italienischen Region Marken hin- und herzuspringen, sei folgerichtig nicht nur reiseintensiv, sondern „absolut anspruchsvoll, aber auf der anderen Seite, wenn die Marken sich absolut nicht überschneiden und so ganz klar definiert zwei verschiedene Welten sind, ist es machbar und sogar sehr inspirierend und das eine bereichert das andere“.

Apropos eigenes Label: Ein eigenes Geschäft würde ihn „irgendwann früher oder später schon reizen. Nachdem ich so viel auf Achse bin, ist es noch ein Traumgespinst. Aber es ist absolut der Plan“, verriet Arbesser. „Mit eigenem Geschäft kannst du doch am besten deine Welt und deine Ästhetik rüberbringen.“ Sollte es einmal so weit sein, wäre es „auf jeden Fall entweder in Wien oder in Mailand, denn das sind die Orte, mit denen ich am meisten in Verbindung bin. Ich bin sozusagen einmal die Woche in Wien und den Rest der Woche in Mailand“, so der Modemacher. In der Bundeshauptstadt verfolge er auch viele Kulturprojekte, etwa im Kostümbereich, und findet es „sehr schön, dass jetzt auch viele andere Zweige abseits der Mode auf mich aufmerksam werden“.

Sehr schön, oder vielmehr „molto elegante“ fanden zahlreiche geladene Gäste seine Kreationen in der Alten Remise, die derzeit als Pop-up-Lokal von Barbara Eselböck und Alain Weissgerber mit Gourmetküche bespielt wird. Gesichtet wurden u.a. Model Cordula Reyer und Life Ball-Organisator Gery Keszler.




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