Letztes Update am Mi, 21.11.2018 12:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewalt gegen Frauen - NÖ Landesrätin: Umfassende Unterstützung nötig



St. Pölten (APA) - Die niederösterreichische Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig hat anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ in einem Pressegespräch am Mittwoch auf Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene verwiesen. „Ich appelliere an alle politisch Verantwortlichen, dass man das gesamte, umfassende Paket nicht schwächt, sondern stärkt“, so die SPÖ-Politikerin.

Der Gewaltschutz in Österreich sei gut aufgestellt, hielt die Landesrätin in dem Pressegespräch in St. Pölten fest. Es gelte, das gesamte Angebot zu erhalten und nachhaltig abzusichern, sprach sie sich gegen Kürzungen in diesem Bereich aus. In Niederösterreich gibt es vier Gewaltschutzzentren, zehn Frauenberatungsstellen, sechs Frauenhäuser, Hotlines (österreichweite Helpline unter 0800 222 555, NÖ Frauentelefon unter 0800 800 810), sechs Notwohnungen und „Hilfe für Helfende“ wie Ärzte oder Pfleger.

1.309 Mal wurde im Vorjahr in Niederösterreich ein Betretungsverbot verhängt. 1.975 Frauen und 432 Männer waren von Gewalt bedroht, die Gefährder waren 2.315 Männer und 165 Frauen. Gewalt gehe häufig vom eigenen Partner aus, so Königsberger-Ludwig. „Die Dunkelziffer ist sehr groß. Es gibt viele Frauen, die keine Anzeige machen“, sagte Barbara Prettner, Leiterin des Frauenhauses Neunkirchen. Morde seien nur die „Spitze des Eisbergs“, oft gehe diesen Taten eine jahrelange Gewaltbeziehung voraus.

Gewalt an Frauen und Kindern „zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten“, betonte Königsberger-Ludwig. In den niederösterreichischen Frauenhäusern haben im Vorjahr 211 Frauen und 232 Kinder Schutz gefunden. „Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, müssen erkennen, dass Frauen beziehungsweise Kinder von Gewalt betroffen sind“, sagte Prettner. Es wäre wichtig, mehr in Schulungen von Berufsgruppen wie Ärzte und medizinisches Personal, aber auch von Mitarbeitern in Kindergärten, bei Polizei und an Gerichten zu investieren, sagte die Leiterin des Frauenhauses Neunkirchen.




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