Letztes Update am Mi, 21.11.2018 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


85.000 Kinder im Jemen an Hunger und Krankheit gestorben



Dubai/Sanaa (APA/AFP) - Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Schätzungen der Hilfsorganisation Save the Children zwischen April 2015 und Oktober 2018 rund 85.000 Kleinkinder an Hunger und Krankheit gestorben. Die Zahlen basierten auf Daten der Vereinten Nationen und stellten eine „vorsichtige Schätzung“ dar, teilte die Organisation am Mittwoch mit.

Die Angaben beziehen sich auf die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren durch Unterernährung und Krankheiten.

Der Save-The-Children-Direktor für den Jemen, Tamer Kirolos, zeigte sich „schockiert“ über die Zahlen. Der Hungertod könne verhindert werden, betonte er.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen und den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. In dem Krieg wurden nach UNO-Angaben bereits rund 10.000 Menschen getötet.

Der UNO-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, wurde am Mittwoch zu Gesprächen in der Hauptstadt Sanaa erwartet. Griffiths will die Konfliktparteien überzeugen, schon bald zu Friedensgesprächen nach Schweden zu reisen. Zudem soll es um die Lage in der umkämpften Hafenstadt Hodeidah gehen. Sollte die Stadt durch Kämpfe oder Schäden abgeschnitten werden, stehen nach UNO-Angaben 14 Millionen Menschen vor dem Hungertod.




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