Letztes Update am Mi, 21.11.2018 13:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lebenslange Haftstrafe nach Touristen-Mord in Tadschikistan



Duschanbe (APA/dpa) - Nach dem Mord an vier ausländischen Rad-Touristen im zentralasiatischen Tadschikistan ist ein Mann als Drahtzieher zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zwei weitere Angeklagte müssen 16 Jahre ins Straflager, wie lokale Medien am Mittwoch unter Berufung auf das Gericht in Duschanbe berichteten.

Die Behörden gehen davon aus, dass die als Terrorgruppe eingestufte Partei der Wiedergeburt Tadschikistans die Tat geplant hat. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Tat jedoch auch für sich reklamiert.

Im Sommer waren vier Radfahrer aus der Schweiz, den USA und den Niederlanden bei einer Tour durch die gebirgige Ex-Sowjetrepublik getötet worden. Die Täter rasten zunächst mit einem Auto in die Gruppe, danach stachen sie mit Messern und Äxten auf ihre Opfer ein. Später wurden bei der Festnahme vier Terroristen getötet, nur der Anführer der Gruppe überlebte.

Das Bergland an der Grenze zu Afghanistan kämpft ebenso wie seine Nachbarstaaten seit Jahrzehnten gegen Bandenkriminalität, Drogenschmuggel und Extremismus. Der IS rekrutiert vor allem in den Provinzen und versucht nach Experteneinschätzung auch, Gastarbeiter in Russland für sich zu gewinnen. Rund 1.200 Menschen aus Tadschikistan sollen auf der Seite der Terrorgruppe in Syrien und im Irak kämpfen.




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