Letztes Update am Mi, 21.11.2018 13:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Slowenien - Drohende Streikwelle im öffentlichen Dienst abgewendet



Ljubljana (APA) - In Slowenien wurde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes eine Einigung erreicht, die eine im Dezember drohende Streikwelle abwenden soll. Die Regierung hat mit drei Gewerkschaften aus den Bereichen der Bildung, Gesundheits- und Sozialwesens ein Kompromiss über die geforderte Gehaltserhöhungen und Zuschläge erreicht, am Mittwoch wurde die Einigung laut Medienberichten paraphiert.

Die Verhandlungen sind damit aber noch nicht beendet: mit den Polizeigewerkschaften und einer Koordination von 16 Gewerkschaften, die dem Deal bisher nicht beigetreten sind, sollen Gespräche fortgesetzt werden. Einige vereinbarte Lösungen müssen im Kollektivvertrag verankert werden, wozu eine erforderliche Mehrheit aller repräsentativen Gewerkschaften erforderlich ist.

Entscheidend dafür wird die Unterstützung der Koordination von 16 Gewerkschaften sein. Ihr Anführer, der Gewerkschaftler Jakob Pocivavsek, kündigte bereits an, die Einigung nicht zu blockieren. Er deutete die Möglichkeit an, dem Deal beizutreten, erwartet jedoch noch weitere Gespräche über offengebliebene Fragen. Auch die beiden Polizeigewerkschaften, die seit Oktober im Streik sind, sollen weiter verhandeln.

Der Deal im Wert von rund 306 Mio. Euro sieht Berichten zufolge eine generelle Gehaltserhöhung sowie zusätzliche Erhöhungen für die anspruchsvollere Jobs in Bildung, Gesundheits- und Sozialwesen vor. Dazu sollen auch Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit erhöht werden, die schlechtesten bezahlten Beschäftigten sollen auch höheres Urlaubsgeld bekommen.

Mit dem erreichten Kompromiss sollen die angekündigten Streiks abgewendet werden. Die Lehrergewerkschaft SVIZ, eine der mächtigsten Gewerkschaften im Land, drohte mit Streik in Schulen und Kindergärten am 5. und 6. Dezember. Nach der Paraphierung soll der Streik aufgeschoben werden, abgesagt jedoch erst, wenn die Vereinbarung unterzeichnet ist, hieß es. Die anderen zwei Gewerkschaften kündigten Arbeitsniederlegungen für 5. Dezember an.

Die neue Regierung von Premier Marjan Sarec hatte den Tarifkonflikt von ihrer Vorgängerin geerbt. Die Gewerkschaften machten mit den angekündigten Streikaktivitäten im Oktober Druck, um die bereits zu Ende geführten Verhandlungen dort wieder aufzunehmen, wo sie im März wegen des Rücktritts der früheren Regierungschefs Miro Cerar endeten. Mehr als 20 Gewerkschaften hatten zu Jahresbeginn eine Streikwelle gestartet, sie aber nach dem Zerfall der Regierung wieder auf Eis gelegt. Der nun vereinbarte Deal ist laut Medien nach Volumen ähnlich wie unter der früheren Regierung.




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