Letztes Update am Mi, 21.11.2018 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kopftuchverbot: Steiermark positiv stimmt



Graz/Klagenfurt (APA) - Durchaus positiv steht die steirische Bildungsdirektion einem Kopftuchverbot für Schulen gegenüber, sie sieht auch Probleme in diesem Bereich. In Salzburg und Kärnten ist das Thema hingegen von untergeordneter Bedeutung. Im Burgenland gibt es keine einzige Schülerin mit Kopftuch und SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl hält breitere Integrationsbemühungen für geboten.

Erleichtert zeigte sich die steirische Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner am Mittwoch über das geplante Kopftuchverbot: „Ich wünsche mir Klarheit und ich denke nicht, dass es notwendig ist, dass Mädchen in der Volksschule Kopftücher tragen.“ Auch in der Mittelschule wäre eine diesbezügliche Diskussion notwendig. Mitte Jänner soll ein steirischer Leitfaden für Schulen vorliegen.

Meixner ließ durchklingen, dass das Kopftuchverbot schon seine Berechtigung habe. Erst Ende Oktober habe sie Direktoren von Schulen mit hohem Migrationsanteil zu Gesprächen geladen: Sie hatten ihr geschildert, dass es die meisten Probleme mit Eltern gibt, die oft nur in der ersten Schulstufe zu den Lehrern kommen und dann nicht mehr greifbar seien. Außerdem fielen Kinder zur Zeit des Ramadan mit extremen Fasten auf - es gehe bis hin zu Kollapsen. Vereinzelt seien auch Kopftücher Thema gewesen, sagte Meixner zur APA.

Man sollte nicht immer nur Einzelmaßnahmen diskutieren, stellte Burgenlands Landeshauptmann Niessl fest.“Wir wollen nicht, dass Kinder gezwungen werden ein Kopftuch zu tragen. Da gibt es einen klaren Standpunkt“, sagte er auf APA-Anfrage. Im Burgenland gebe es kein einziges Volksschulkind, welches ein Kopftuch trage. „Ohne Zweifel wird uns das Thema Integration noch lange begleiten. Daher bedarf es aller Anstrengungen, dies gut und nachhaltig zu lösen“, meinte Niessl.

Salzburgs Bildungsdirektor Rudolf Mair hält das Thema Kopftuch an Volksschulen in seinem Bundesland für „untergeordnet“. „Die Zahl, wie viele Mädchen in diesem Alter an unseren Schulen ein Kopftuch tragen, wissen wir gar nicht, wahrscheinlich deshalb, weil es in der Masse einfach kein Problem darstellt“, sagte Maier zur APA. Grundsätzlich vertrete er aber den Standpunkt, dass man „Kinder Kinder sein lassen“ und ihnen deshalb keine religiösen Bekleidungsvorschriften aufzwingen solle, die für ihre Ausgrenzung sorgen könnten. Allgemein sehe Salzburg seine Integrationsbemühungen in erster Linie über die Sprache, also die Deutschkurse.

Muslimische Kopftücher bei Volksschülerinnen sind in Kärnten kein Thema, sagte Bildungsdirektor Robert Klinglmair auf APA-Anfrage. Es gebe es nur wenige Zuwandererkinder, vielleicht zehn Prozent. Und mit diesen gebe es kaum Probleme. Wichtig seien Spracherwerb und Integration, ein Kopftuchverbot hält er generell nicht für sinnvoll.




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